Mittelhessenderby! – Der Vorbericht

Bundesliga-Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg trifft am Sonntagnachmittag (15 Uhr / Sporthalle Gießen-Ost / Live: Sky Sport) auf den regionalen Nachbarn HSG Wetzlar. Im Hinspiel im September erkämpften sich die Blau-Weiß-Roten ein 23:23-Unentschieden in der Rittal Arena und das obwohl die Sieben des damaligen Trainers Aðalsteinn Eyjólfsson zu Beginn klar im Hintertreffen lag. Fans und Sponsoren des TV Hüttenberg fiebern dem Rückspiel gegen den Rivalen aus Dutenhofen und Münchholzhausen nun schon seit Monaten entgegen.

Besondere Derbyatmosphäre

„Die ganze Derbyatmosphäre darf man natürlich nicht überbewerten“, so TVH-Cheftrainer Emir Kurtagic. „Für die meisten Spieler im Kader der HSG dürfte das ein Spiel wie jedes andere werden. Allerdings ist für uns die Bedeutung natürlich groß!“ Dem stimmt auch HSG-Coach Kai Wandschneider im Interview für das „Loft offs Kärnche“–Hallenheft zu: „Für den TVH wird das Spiel viel mehr Derby, als für uns sein. Das habe ich so auch schon vor dem Hinspiel gesagt. In Hüttenberg spielen Spieler aus der Region, die auch schon für die HSG Wetzlar aktiv waren. Bei uns haben vielleicht nur Nikolai Weber und Till Klimpke diese Derby-Emotionen.“

 

TV Hüttenberg - HSG Wetzlar

Sporthalle Gießen-Ost
DKB Handball-Bundesliga

 

Bereits im Januar war die Partie der beiden mittelhessischen Handballschwergewichte restlos ausverkauft. Aber auch für einige Spieler auf beiden Seiten dürfte die Partie ein ganz besonderes Highlight werden. Christian Rompf, Tobias Hahn und Moritz Zörb spielten in ihrer bisherigen Karriere allesamt lange Zeit für die Grün-Weißen. Auf Wetzlarer Seite hat sich Youngster Till Klimpke schon etliche Duelle mit der Nachwuchs des TV Hüttenberg geliefert und HSG-Kapitän Nikolai Weber wird sich ab Sommer selbst das Trikot der Blau-Weiß-Roten überstreifen und mit Ablauf seines Vertrages nach Hüttenberg wechseln.

Letztes Aufeinandetreffen am 4. Spieltag

Filip Mirkulovski setzt sich im Hinspiel erfolgreich gegen die Hüttenberger Tobias Hahn und Daniel Wernig durch. Foto: Steffen Rau.

Seit dem letzten Aufeinandertreffen (4. Spieltag) ist allerdings nun schon einige Zeit vergangen und viele Dinge haben sich in Handball-Hessen verändert. Auf Eyjólfsson folgte im Oktober Kurtagic. Während Wetzlar sich zu Beginn der Hinrunde einige Patzer leistete, hat Kai Wandschneider seine Mannschaft mittlerweile stabilisiert. Die überzeugenden Leistungen der Grün-Weißen gegen den Rekordmeister in Kiel und der souveräne Einzug in das Final4 in Hamburg sprechen Bände. Währenddessen muss der TV Hüttenberg hart um jeden Punkt in der „stärksten Liga der Welt“ kämpfen und rangiert momentan auf dem vorletzten Platz der DKB HBL-Tabelle. Am letzten Wochenende gelang dem Aufsteiger immerhin ein Teilerfolg beim 26:26 in Lübbecke, doch auch ein Sieg wäre für den TVH möglich gewesen. Weiterhin beträgt damit der Rückstand auf das rettende Ufer drei Punkte.

„Wetzlar hat einen guten Lauf und das Momentum momentan klar auf ihrer Seite“, meint Kurtagic mit Blick auf den Gegner. „Wie in allen übrigen Partien, werden wir auch am Sonntag ein weiteres Endspiel haben. Für uns wird es wichtig werden, dass wir unsere Leistung aus den ersten vier Spielen der Rückrunde abrufen können und uns vom Einsatz und der Einstellung her nichts vorzuwerfen haben.“

„Wetzlar wird Belastung gut wegstecken können“ – Emir Kurtagic

DAS Highlight der Hinrunde für den TVH: Der hart erkämpfte Punkt in Wetzlar! Foto: Steffen Rau.

Gegen die HSG Wetzlar, die nach dem Viertelfinale gegen Stuttgart, sowie dem Bundesliga-Duell in Flensburg, nun bereits schon den dritten Härtetest binnen sieben Tagen bestreiten muss, will der TVH daher seine Chance auf einen Punktgewinn vor eigener Kulisse nutzen. „Trotz all der Belastung, hat Wetzlar aber noch viele Spieler im Kader und wird diesen Termindruck wahrscheinlich gut wegstecken können“, erklärt Kurtagic. „Das wird ein unheimlich intensives Spiel für uns werden und wir müssen hundert Prozent fokussiert sein, um eine Situation zu bekommen, in der wir vielleicht auch in der Lage sind zu punkten.“

 

Vor dem Mittelhessenderby plagen gerade die Hüttenberger massive Verletzungsprobleme. Vladan Lipovina wird noch lange Zeit ausfallen, während Szmyon Sicko und Tim Stefan beide Probleme an der Patellasehne haben und deshalb ebenfalls für das Derby nicht zur Verfügung stehen. Dafür wird Kurtagic, wie auch schon in Lübbecke, wieder die beiden U23-Spieler Tim Lauer und Johannes Klein nachnominieren.

 

Bei Wetzlar dürfte Philipp Pöter verletzt ausfallen. Torhüter Benjamin Buric, der gegen Flensburg pausiert hatte, wird für Sonntag zurück in das Team kehren. Bester Werfer der Grün-Weißen ist mit weitem Abstand Rechtsaußen Kristian Bjornsen (117 Treffer).

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.