Punktgewinn im Mittelhessenderby

Bundesliga-Aufsteiger TV 05/07 Hüttenberg hat sich am Sonntagnachmittag ein 22:22 (11:12)-Unentschieden im Mittelhessenderby gegen die HSG Wetzlar erkämpft. Vor fantastischer Kulisse in der Sporthalle Gießen-Ost, zeigte der Liga-Neuling über 60 Minuten eine großartige kämpferische Leistung und belohnte sich auch wie in der Vorwoche beim Unentschieden in Lübbecke mit einem Punkt. Allerdings hatten die Blau-Weiß-Roten –  wie auch am vorherigen Sonntag gegen den Mitaufsteiger – in der letzten Spielminute noch mit einem Tor geführt. Ein überragender Dominik Mappes und Routinier Tomasz Sklenak sorgten am Ende dafür, dass Hüttenberg auch in der zweiten Derbypartie gegen die Grün-Weißen in 2017/18 ungeschlagen blieb. TVH-Trainer Emir Kurtagic zeigte sich nach dem Spiel hochzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft und hob besonders die Paraden von Torhüter Fabian Schomburg und den Einsatz von U23-Spieler Johannes Klein hervor. Der 20-Jährige gehört eigentlich zum Oberliga-Kader des TVH, bestritt aber auf Grund der Personalprobleme im Rückraum (Lipovina, Sicko und Stefan fielen aus) rund acht Minuten auf der Platte.

2600 Zuschauer sehen spannendes Mittelhessenderby

Foto: Marc Thürmer

Vor 2600 Zuschauer hatte Hüttenberg den Wetzlarern, die eigentlich als klarer Favorit in die Partie gegangen waren, über die komplette Spielzeit keinen Meter Raum geschenkt und für den Erfolg alles nach vorne geworfen. Mit klugem Offensivspiel – Mappes und Sklenak nahmen in den entscheidenden Phasen geschickt das Tempo raus – und einer bärenstarken Abwehrleistung zog der TVH den Lahnstädtern den Zahn und hielt sich bis in die Schlussminuten alle Möglichkeiten offen. Das „Sky-Topspiel am Sonntag“ machte seinem Namen alle Ehre, denn beide Mannschaften boten den Zuschauern und Fans tollen Handball und machten damit Werbung für den Standort Mittelhessen.

Über das 4:4 von Sklenak (13.) und dem 10:10 von Moritz Lambrecht hatte sich Hüttenberger schon in der ersten Halbzeit absolut auf Augenhöhe mit den Grün-Weißen präsentiert. Zwar legte Wetzlar kurz vor der Pause noch einmal auf 12:10 durch Kristian Bjornsen vor, doch mit einem Gewaltwurf sorgte Dominik Mappes noch für den 11:12-Anschlusstreffer vor dem Seitenwechsel.

Hüttenberg mit starker Phase nach dem Wiederbeginn

Aber Hüttenberg setzte noch einen drauf. Der Aufsteiger kam motiviert aus der Kabine und setzte Wetzlar in der hitzigen Partie nun deutlich zu. Gestützt auf eine starke Abwehrleistung und Schomburg im Tor, glich Fernandes mit dem 12:12 (32.) aus und wenig später traf Rompf von Linksaußen zur 14:12-Führung. Bis zum 15:13 behauptete Hüttenberg den knappen Vorsprung, ehe Wetzlar mit drei schnellen Angriffen das Spiel doch wieder drehte. Als Holst einen weiteren Siebenmeter zum 20:17 (50.) abschloss, wurde die Situation prekärer. Doch Hüttenberg gab sich nicht auf und glaubte weiter an den Sieg. Als Mappes nach einem technischen Fehler der Gäste das 21:21 (56.) erzielte, hielt es in der Osthalle kaum noch jemandem auf seinem Sitzplatz. Vor der ohrenbetäubenden Kulisse behielt Sklenak erneut die Nerven und schaffte auf Außen den Platz für Jannik Hofmann, der die 22:21-Führung einnetzte. Maximilian Holst rettete den Lahnstädtern mit seinem verwandelten Siebenmeter rund 30 Sekunden vor dem Ende noch einen Punkt.

 

Schon kommenden Sonntag hat Hüttenberg in Stuttgart ein weiteres „Endspiel um den Klassenerhalt“. Auch dort will der TVH unbedingt Punkte mitnehmen.

 

 

Aufstellung Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Klein, Sklenak (1), Worner, Lambrecht (1), Wernig (5/3), Lauer, Rompf (3), Zörb (1), Fernandes (3), Johannsson (1), Roth, Mappes (4), Hofmann (3), Hahn.

 

Aufstellung Wetzlar: Buric, Weber; Kneer, Bjornsen (4), Pöter (1), Ferraz (2), Mirkulosvki, Schreiber, Volentics, Holst, Forsell Schefvert (2), Kvist (3), Klesniks , Lindskog, Cavor, Kohlbacher (3).

 

Zeitstrafen: 8:4 Min. – Siebenmeter: 3/4:7/8. – Zuschauer: 2600 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Nils Blümel/Jörg Loppaschewski.

 

Stimmen zum Spiel:

 

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer): „Ich denke wie das Spiel auch verlaufen ist am Ende gerecht. Beide Mannschaften haben die Gelegenheit nicht genutzt, um sich klarer abzusetzen und das Spiel in eine Richtung zu lenken. Dafür waren heute einfach zu viel Druck und zu viele Emotionen in diesem Derby. Fabian Schomburg hat heute einen super Tag erwischt und hat super gehalten. Jedem einzelnen Spieler muss ich heute ein riesen Lob für diese Moral und diese Kraft aussprechen. Obwohl wir am Ende müde werden, behalten wir die Konzentration und sorgen für klare Situationen. Ein großer Punkt für uns im Kampf um den Abstieg. Dieses Spiel war Werbung für den Handballsport und für Mittelhessen. Ein würdiges Topspiel am Sonntag.“

 

Kai Wandschneider (HSG-Cheftrainer): „Glückwunsch an Hüttenberg zum Punktgewinn gegen uns. Ein ähnliches Resultat wie im Hinspiel. Der TVH hat das heute über die Kreisanspiele gut gemacht und geduldig und konzentriert gespielt. Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir nach dem 20:17 den Sack zumachen können. Aber das haben wir nicht geschafft. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hat man gemerkt, dass auch der Kopf eine Rolle gespielt hat. Wir sind ja eigentlich als Favorit in das Spiel gegangen, haben dann aber gemerkt, dass wir keine Entscheidung herbeiführen können. Fantastischer Kampf von Hüttenberg – so muss man im Derby antreten. Zudem: Tolles Publikum. Ich habe mein eigenes Wort nicht verstanden. So muss Handball sein.“

 

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