Dritter Heimsieg gegen Aufsteiger aus Ferndorf

Gelungener Auftakt in den Doppelspieltag der 2. Handball-Bundesliga. Am Freitagabend hat der TV 05/07 Hüttenberg gegen Aufsteiger TuS Ferndorf zwei wichtige Punkte im ausverkauften Sportzentrum Hüttenberg behalten. Beim 26:25 (12:10) vor 1480 Zuschauer überzeugte vor allem die Defensive der Blau-Weiß-Roten, die ihrem Gegner im ersten Durchgang nur wenig Spielraum gaben. Der TuS Ferndorf hingegen präsentierte sich als der erwartet unangenehme Gegner. Der bärenstarke Aufsteiger machte auch gegen die Mittelhessen eine gute Partie, zeigte aber in den entscheidenden Situationen Nerven. Mit dem wichtigen Heimsieg springt der TVH in der Tabelle auf den 11. Rang und hat nun schon am morgigen Sonntag (17 Uhr) das nächste Auswärtsspiel bei der Spielgemeinschaft HBW Balingen-Weilstetten vor der Brust.

Es war ein Abend ganz nach den Vorstellungen der Blau-Weiß-Roten. Angeführt von ihrem Kapitän Mario Fernandes war schon bei der Einlaufzeremonie im Hüttenberger Sportzentrum kaum ein Wort zu verstehen. Frenetisch unterstützt von den eigenen Anhängern zeigte der TVH bereits in den Anfangsminuten eine konzentrierte Vorstellung und übernahm beim 2:0 von Isländer Ragnar Jóhannsson die Zwei-Tore-Führung.

Ferndorf reist mit großer Fan-Unterstützung an

Der TuS Ferndorf hatte für die Partie im vergleichsweise nahen Mittelhessen aufgerüstet und direkt zwei Fan-Busse zusammen mit der Mannschaft an den Start geschickt. Über 100 TuS-Anhänger machten lautstark Stimmung für ihr Team, das mit dieser Unterstützung im Rücken beim 2:2 schnell den Ausgleich herstellte und nur wenig später selbst mit 4:3 (Zerbe/11.) in Front ging.

Ein Fight auf absoluter Augenhöhe

Lange Zeit lieferten sich beide Mannschaften einen Schlagabtausch auf absoluter Augenhöhe. Keinem der beiden Teams gelang es sich wirklich abzusetzen. Doch nach rund 25 Minuten erkämpften sich die Hausherren immer mehr Vorteile. Zunächst setzte sich Spielmacher Björn Zintel mit einer schönen Körpertäuschung und unter Zeitspieldruck gegen zwei Gegenspieler durch und verwandelte zum 9:8. Direkt danach ließ Moritz Lambrecht per Tempogegenstoß die 10:8-Führung folgen und Markus Stegefelt setzte per Rückraumkracher noch einen drauf: 11:8 vor der Pause. Per Treffer des ehemaligen Hüttenbergers Jonas Faulenbach – nach Freiwurf und Blocksperre – gelang es Ferndorf aber noch mit dem Pfiff auf 10:12 zu stellen.

Nicht zufrieden: TuS-Trainer Michael Lerscht

Ferndorf ohne Faulenbach und Wurfglück im zweiten Durchgang

Der wichtige Rückraumspieler der Gäste (60 Saisontore) blieb in der Folge auf der Bank. Dennoch ließ sich Ferndorf nicht abschütteln und saß Hüttenberg auch beim 12:13 (Rink/33.) weiter im Nacken. Erst als Tobias Hahn in der 42. Minute per Siebenmeter auf 19:16 stellte, legte Lerscht ein weiteres Mal die grüne Karte auf den Tisch. In der Folge kam Ferndorf durch Marijan Basic beim 19:20 (46.) wieder heran. Der Kroate stemmte sich mit seinen sieben Treffern für den TuS gegen die Niederlage. Dank ihm blieb der Aufsteiger weiterhin im Spiel und hatte nach einer doppelte Zeitstrafe (gegen Fernandes und Rompf) sogar die große Chance auf den Ausgleich, doch Lucas Schneider scheiterte völlig blank an Fabian Schomburg. Hüttenberg spielte es in dieser Phase der Partie cleverer. Mit klugem Passspiel suchten die Blau-Weiß-Roten die Lücken. So auch beim 22:20, als Jóhannsson mit einem Sahnepass Christian Rompf bediente.

Ferndorf bäumte sich noch ein letztes Mal auf. Der Tabellendritte verteidigte nun merklich offensiver und erkämpfte sich einige Bälle. Beim 23:24 (56.) von Basic waren die Gäste weiterhin mitten im Spiel. Doch Hüttenberg hatte am Freitagabend die individuelle Klasse: In den darauffolgenden Angriffen verlud Zintel gleich zwei Mal die Defensive des Gegners und warf den 26:23-Vorsprung heraus (57.).

Die Schlussphase bleibt spannend

Wer aber nun glaubte, das Spiel sei schon entschieden, der wurde eines besseren belehrt. Ferndorf bekam in Überzahl eine weitere gute Chance auf den Anschluss, die allerdings erneut von Schomburg vereitelt wurde. Das 25:26 (60.) von Zerbe kam zu spät. Obwohl Hüttenberg in den letzten Augenblicken an der offensiven 3:3-Deckung des TuS scheiterte, blieb Ferndorf nur noch fünf Sekunden für den letzten Angriff. Der lange Pass segelte aber über den TVH-Torraum hinweg. Großer Jubel bei den Blau-Weiß-Roten, die sich danach ausgiebig von ihren Fans feiern ließen.

 

Aufstellung TV Hüttenberg:Schomburg, Weber; Belter (n.e.), Kiethe (n.e.), Sklenák (2), Lambrecht, Krauhausen (n.e.), Rompf (2), Zörb (2), Fernandes, Jóhannsson (5), Stegefelt (5), Mubenzem (1), Hahn (3/3), Zintel (5), Klein.

Aufstellung TuS Ferndorf:Rottschäfer, Puhl; Faulenbach (4), Basic (7), Schneider (1), Mattis Michel (2), Neitsch (1), Wörner, Zerbe (3/1), Linus Michel, Barwitzki (1/1), Lindskog (3/1), Koloper, Müller (1), Rink (2).

Zeitstrafen: 14:8 Min. – Siebenmeter: 3/3:2/2. – Zuschauer: 1480 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Ramesh Thiyarajah/ Suresh Thiyarajah.

 

Stimmen zum Spiel:

TVH Cheftrainer Emir Kurtagic:„Ferndorf hat bis jetzt eine richtig gute Runde gespielt und die Mannschaft steht zu Recht dort oben in der Tabelle. Uns war klar, dass das kein einfaches Spiel wird. Andersson und Basic haben uns in der ersten Hälfte große Probleme bereitet, bis wir unsere Abwehr auf sie einstellen konnten. Zum Glück hat zu Beginn Nikolai Weber einige Bälle halten können. In der zweiten Hälfte vergeben wir einige gute Chancen und Ferndorf bleibt so im Spiel. Fabian Schomburg hält uns dann aber in der entscheidenden Phase den Rücken frei. Vorne haben wir immer wieder Lösungen über unser schnelles Spiel finden können, sodass wir vorlegen konnten. Wenn man die 60 Minuten sieht, denke ich schon, dass der Heimsieg für uns verdient war.“

TuS-Cheftrainer Michael Lerscht:„Ich glaube für uns geht es in Hüttenberg nie ohne Drama. Das war heute ein extrem umkämpftes Spiel. Das war uns aber bereits im Vorfeld klar. Hüttenberg ist nach dem Punktgewinn in Essen im Aufwind und ihre offensive Deckung zu bespielen ist extrem aufwändig. Das Spiel ging immer hin und her und am Ende haben Kleinigkeiten diese Partie entschieden. Schomburg war dabei ein klarer Faktor am Ende. Ich denke, wenn wir es mal geschafft hätten, den Ausgleich noch zu machen, wäre vielleicht eine andere Situation entstanden. Das Spiel kann so oder so ausgehen, letzten Endes gewinnt die Heimmannschaft.“

 

Fotos: Marc Thürmer / Hier geht es zur Bildgalerie

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