Bessere zweite Halbzeit bringt Heimsieg gegen Rhein Vikings

Der TV 05/07 Hüttenberg hat am Samstagabend den vierten Heimsieg in der Spielzeit 2018/19 eingefahren. Gegen den HC Rhein Vikings lautete das Endergebnis – an diesem 16. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga – 26:21 (11:12) für den TVH. Nach der überzeugenden Leistung in Hamburg sammelten die Blau-Weiß-Roten damit die nächsten beiden Punkte in Serie und behaupten in der Tabelle weiterhin den 11. Rang. TVH-Cheftrainer Emir Kurtagic zeigte sich nach der Partie zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, bemängelte aber die schlechte Chancenverwertung in der ersten Halbzeit.

Vor 1185 Zuschauern hatte Hüttenberg zunächst nicht genug Sicherheit ausstrahlen können, um gegen den Tabellenletzten der 2.HBL schon in den ersten 30 Minuten davonzuziehen. Stattdessen erkämpften sich die Gäste aus Neuss und Düsseldorf nach der 2:1-Führung von Björn Zintel immer mehr Chancen und waren beim 3:3 (Niklas Artmann/9.) voll im Spiel. Wenig später ging der HC nach einem Treffer von Christian Hoße sogar mit 6:4 (16.) in Front. Kurtagic hatte genug gesehen und nahm die erste Auszeit in der Partie.

Schlechte Chancenwertung in den ersten dreißig Minuten

Es dauerte allerdings nicht lange, bis sich Hüttenberg von dem frühen Rückstand wieder erholte und beim 8:8 von Moritz Lambrecht (19.) den Ausgleich herstellte. Nach dem 10:10 von Ragnar Jóhannsson war der TVH drauf und dran das Spiel wieder zu drehen, doch die Tore wollten den Blau-Weiß-Roten nicht gelingen. Markus Stegefelt per Siebenmeter, Tobias Hahn von Außen und Tomas Sklenák scheiterten entweder an Vladimir Bozic im HC-Kasten oder warfen aus bester Position über das Tor.

Kurz vor der Halbzeit dann lauter Applaus: Hüttenbergs Daniel Wernig trat nach lange Verletzungspause zum Siebenmeter gegen Bozic an und verwandelte sicher. Die Nummer 9 der Hausherren sollte mit seinen weiteren drei Toren noch zur tragenden Säule im zweiten Durchgang werden.

Bedingt durch die schwache Offensivleistung der Blau-Weiß-Roten im ersten Durchgang, stellte Niklas Weis noch vor der Pause folgerichtig für den HC auf 12:11.

Hüttenberg dreht in zweiter Hälfte auf

Zu Beginn der zweiten dreißig Minuten war Hüttenberg hellwach und sichtlich engagiert das Spiel nun in die Hand zu nehmen. Sklenák sorgte für den schnellen Ausgleich, ehe sich der TVH beim 18:15 von Stegefelt erstmals klar abzusetzen vermochte. Gestützt auf einige gute Paraden von Fabian Schomburg, zogen die Mittelhessen ihrem Gegner nun in der Defensive den Zahn. Gäste-Trainer Jörg Bohrmann ließ seine Mannschaft alles nach vorne werfen, doch der siebte Feldspieler brachte keine Verbesserung.

Stattdessen trafen Lambrecht und Christian Rompf nach Kontern in das leere HC-Tor (22:16/46.). Beim HC Rhein Vikings schien in der Folge nun sichtlich die Luft und auch das Selbstvertrauen zu fehlen. Thomas Bahn holte sich mit einem Foul an Sklenák die dritte Zeitstrafe ab und sah somit die rote Karte (48.). Doch auch danach war kein Aufbäumen bei den Gästen mehr zu verspüren, auch weil der TVH gut verteidigte.

Für die Vorentscheidung sorgte Wernig mit seinem Siebenmetertreffer zum 24:18 (57.). Danach gab Kurtagic den beiden Youngstern Till Uth und Simon Belter ihre Einsatzzeiten auf der Platte. In der Summe ein verdienter Sieg für den TVH, der aber nur dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte gelang.

Im Stenogramm:

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg:Schomburg, Weber; Belter, Uth, Sklenák (4), Lambrecht (3), Wernig (4/3), Rompf (3), Zörb, Jóhannsson (3), Stegefelt (5), Mubenzem, Hahn (2/1), Zintel (1), Klein (1).

Aufstellung HC Rhein Vikings:Moldrup, Bozic; Gipperich (1), Hoße (6/2), Artmann (4), Pöter (1), Kozlina, Skorupa, Weis (3), Johnen (1), Handschke, Bahn, Predragovic, Oelze (5), Görgen, Middell.

Zeitstrafen: 4:10 Min. – Rote Karte: Thomas Bahn (VIK/48.) – Siebenmeter: 4/7:2/2. – Zuschauer 1185. – Schiedsrichter: Rick Herrmann/Fabian Friedel.

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer): „Glückwunsch an meine Jungs, dass sie zwei wichtige Punkte geholt haben und das wir das zweite Spiel in Folge gewonnen haben. Wir müssen als Mannschaft weiter wachsen! In einigen Spielen haben wir in diesem Jahr die klaren Chancen nicht nutzen können. Heute sind wir aber ruhig geblieben und haben unsere Möglichkeiten im Angriff gesucht und später auch gefunden. Wir haben gefährliche Situationen kreiert und es war nur eine Frage der Zeit, bis unser Torwart ein paar Bälle hält und der des HC ein paar reinlässt. Wir bekommen drei Treffer aus dem Tempogegenstoß und entscheiden damit das Spiel. Das war wichtig für uns! Jetzt können wir uns etwas erholen und haben dann eine sehr schwere Auswärtsaufgabe (in Lübbecke) wo wir uns auch etwas ausrechnen und wo ich hoffe, dass wir dort diesen Aufwärtstrend fortsetzen können.“

Jörg Bohrmann (HC-Cheftrainer): „Glückwunsch an den TVH zum verdienten Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir das ganz ordentlich gemacht und vorne sehr diszipliniert gespielt, sowie lange Angriff gefahren. Es war nicht unverdient, dass wir zur Pause 12:11 führen. In der zweiten Hälfte steht es bis zur 40. Minute Unentschieden. Danach kommen wieder diese zehn Minuten, die wir bisher in jedem Spiel hatten. So verlieren wir hier nicht mit zwei Toren sondern eben mit fünf. Hüttenberg war am Ende die Mannschaft, die einfach cleverer war und auf die klaren Situationen gewartet hat.“

Daniel Wernig (TVH-Spieler): „Für mich war es heute sehr schön, nach so vielen Wochen wieder hier zu stehen. Jeder weiß, wie viel Spaß ich auf dem Spielfeld habe! Wir als Mannschaft müssen es jetzt wieder schaffen, unsere Konstanz reinzubringen. Heute haben wir uns das Leben ein bisschen selbst schwer gemacht – gerade mit den zahlreichen Chancen, die wir in der ersten Halbzeit haben liegen lassen. Die zweite Hälfte war da schon deutlich besser. Wir dürfen aber nicht den Blick darauf verlieren, was der Gegner spielt und keinen Rückblick auf die letzten Partie – wie zum Beispiel die in Hamburg – werfen. Stattdessen müssen wir arbeiten, arbeiten, arbeiten und jede Woche besser werden.“

 

Bilder: Jenniver Röczey / Hier geht es zur Galerie

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