“Waren hellwach und fokussiert” – TVH gewinnt gegen Wilhelmshaven

Ohne Probleme zum nächsten Heimsieg. Der TV 05/07 Hüttenberg hat am Samstagabend in der 2. Handball-Bundesliga mit 30:25 (16:12) über den Tabellenvorletzten Wilhelmshavener HV triumphiert. Dabei zeigte die Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic gerade in den zweiten 30 Minuten eine abgeklärte Leistung und brachte die zwei Punkte vor 1115 Zuschauern sicher über die Zeit. Zuvor hatten die Gäste aus Niedersachsen den Mittelhessen nur etwa zehn Minuten Paroli bieten können. Aus dem starken Kollektiv ragten Linksaußen Christian Rompf, Rückraumspieler Markus Stegefelt und Torhüter Nikolai Weber hervor.

Im Sportzentrum Hüttenberg begannen beide Mannschaften mit offenem Visier. Nach dem Ausfall von Toptorschütze Ragnar Jóhannsson setzte Kurtagic im rechten Rückraum vor allem auf den tschechischen Nationalspieler Dieudonné Mubenzem, der seine Aufgabe sehr gut erledigte und sich später ein Sonderlob seines Trainers verdiente. Zunächst waren es aber die Gäste aus Wilhelmshaven, die in den ersten Minuten der Partie bis zum 5:4 von Rene Drechsler meist vorzulegen vermochten. Schließlich war es Christian Rompf, der mit einem Doppelschlag – einmal von Linksaußen und wenig später per Konter – dem kurzen Lauf der Norddeutschen ein Ende bereitete. Wenig später legte der Routinier beim 7:6 (10.) einen weiteren Treffer nach.

Hüttenberg hat das Spiel nach einer Viertelstunde im Griff

In der Folge gab Hüttenberg nun klar den Ton an, verteidigte in gewohnter Art und Weise offensiv in der 3:2:1-Deckung und ließ durch Kapitän Mario Fernandes das 10:8 (14.) folgen. Auch Torhüter Nikolai Weber wusste mit drei vereitelten Siebenmetern erneut zu überzeugen. Bis zur Pause verteidigte der TVH seinen Vorsprung und nahm nach dem Siebenmetertreffer von Markus Stegefelt (verwandelte vier Mal ohne Probleme von der Linie) einen klaren 16:12-Zwischenstand mit in die Kabine.

Vier Mal sicher von der Linie verwandelt: Hüttenbergs Markus Stegefelt zeigt im Duell mit WHV-Keeper Dennis Doden keinerlei Nerven. (Bild: Marc Thürmer).

Mubenzem sorgt mit Doppelpack für die Entscheidung

Auch im zweiten Durchgang knüpften die Blau-Weiß-Roten nahtlos an die starke Leistung der ersten 30 Minuten an. Eine kurze Drangphase der Gäste beendete Fernandes mit seinem 18:13 in der 35. Minute. Insgesamt präsentierte sich der WHV am Samstag zu unkonzentriert im Angriff. Den Gästen unterliefen immer wieder Ballverluste oder das Team nahm sich Abschlüsse aus schlechten Positionen, von denen Hüttenberg profitierte. Nach dem 24:19 (47.) von Tomas Sklenák, der am Samstag seinen 37. Geburtstag feierte, wurde es aber dennoch einmal spannend, denn nach zwei schwachen Offensivaktionen der Hüttenberg, kam der WHV noch einmal auf 21:24 durch Evgeny Vorontsov (50.) heran. Doch auch davon ließ sich der TVH nicht mehr beirren: Mubenzem machte mit einem Doppelpack zum 27:21 (55.) alle Hoffnungen der Gäste zunichte und sorgte damit für die Vorentscheidung.

Während U23-Keeper Nils Lorenz sich bereits über die komplette Spieldauer einige Male mit Nikolai Weber abgewechselt hatte, kam auch Youngster Simon Belter in der Schlussphase zu seinem Einsatz. Der 19-Jährige brachte noch einen Strafwurf gegen Angelo Grunz zum zwischenzeitlichen 29:23 (59.) im Tor unter.

Im Stenogramm:

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg: Lorenz, Weber; Sklenák (1), Belter (1/1), Lambrecht, Wernig (1), Rompf (6), Zörb, Fernandes (2), Stegefelt (7/4), Mubenzem (3), Hahn (3), Zintel (5), Klein (1).

Aufstellung Wilhelmshavener HV: Doden, Grunz; Ten Velde (2), Maas (1/1), Lehmann, Kozlina, Postel (2), Schauer (1), Vorontsov (4), Köhler, Konitz (6), Kozul, Schwolow (2), Andrejew (2), Drechsler (3), Pust (2).

Zeitstrafen: 8:4 Min. – Siebenmeter: 5/5:4/1. – Zuschauer: 1115. – Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke.

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer): „Zum Glück haben wir uns nach der torreichen Anfangsphase in der Abwehr fangen können. Ich muss meinen Jungs ein riesiges Kompliment machen. Sie haben das heute super gemacht. Auch ein großes Kompliment an Dido, der ein Riesenspiel gezeigt und Ragnar würdig vertreten hat. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich hatte großen Respekt vor Wilhelmshaven, weil ich finde, dass sie eine gute Mannschaft haben und sich im Winter auch noch einmal verstärken konnten. Das hat man auch schon gegen Dormagen gesehen. Umso wichtiger war es, dass wir heute hellwach und fokussiert waren.“

Christian Köhrmann (WHV-Cheftrainer): „Glückwunsch an Hüttenberg zum verdienten Sieg. Wir haben es heute nicht geschafft, unsere freien Chancen reinzumachen. Zudem haben wir drei Siebenmeter verworfen. Das zeichnet natürlich auch den TVH-Torhüter aus, der genau in diesen Phasen die Bälle gehalten hat. In der ersten Halbzeit hat uns die Aggressivität in der Abwehr und die Torhüterleistung gefehlt. Im zweiten Durchgang hatten wir eine super Torhüterleistung von Angelo, auch er ist heute angekommen und hat uns im zweiten Durchgang weiterhelfen können. In Hüttenberg muss alles passen, um Punkte mitnehmen zu können. Aber das war heute leider nicht so. Für uns heißt das Ziel weiterhin Klassenerhalt. Nächste Woche wollen wir in Hagen den Abstand verkürzen.”

Dieudonné Mubenzem (TVH-Spieler): „Ich wollte heute mein Bestes geben, um dem Team weiterzuhelfen. Alle haben heute ein tolles Spiel machen können. Gerade unsere Abwehr und unsere Torhüter waren super. Wir sind gerannt wie die Hasen und wollten einfach ein gute Partie zeigen.”

 

Bilder: Marc Thürmer / hier geht es zur Bildergalerie auf Facebook.

 

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