Hüttenberger Personalnot: TVH verliert gegen Hagen

Es war nicht der Abend des TV 05/07 Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga: Gegen den Tabellensiebzehnten VfL Eintracht Hagen gelang der Mannschaft von Trainer Emir Kurtagic am Samstag gerade in der Offensive zu wenig. Bei der 20:22 (8:11)-Niederlage fehlten allerdings gleich mehrere Hüttenberger Leistungsträger. Für Kurtagic allerdings kein Grund für Ausflüchte: „Wir haben heute einfach sehr schlecht gespielt“, gab der Cheftrainer später zu Protokoll und entschuldigte sich bei Fans und Sponsoren für die Leistung seiner Mannschaft.

Vor 1107 Zuschauern im Hüttenberger Sportzentrum hatten beide Teams kein Spiel auf hohem Niveau geboten. Die Partie war auf beiden Seiten immer wieder geprägt von Fehlwürfen und Unkonzentriertheiten im Offensivspiel. Da sich neben Kapitän Mario Fernandes und Rückraumspieler Ragnar Jóhannsson auch noch Spielmacher Björn Zintel im Abschlusstraining verletzt hatte, musste Kurtagic den Routinier Tomas Sklenák auf der Mittelposition durchspielen lassen. Der Oldie war dabei noch einer der Besten auf der Platte und stemmte sich zusammen mit Tobias Hahn (8 Treffer) gegen die Niederlage.

Ohne drei Leistungsträger baut Hüttenberg im ersten Durchgang ab

Dabei hatte der Abend eigentlich vielversprechend begonnen. Moritz Zörb, der seinen Kapitän mehr als ordentlich im Deckungszentrum vertrat, hatte nach rund vier Minuten zur 3:1-Führung eingeworfen. Doch danach baute Hüttenberg im ersten Durchgang immer weiter ab. Hagen erkämpfte sich beim 3:3 den Ausgleich und ging wenig später durch Sören Kress selber mit 8:5 (21.) in Front.

Nach einer Auszeit von Kurtagic kamen die Mittelhessen beim 8:9 (27.) von Tobias Hahn noch einmal vor der Pause heran. Allerdings machte Hagen in den Schlussminuten der ersten Hälfte mehr aus den eigenen Möglichkeiten und nahm die 11:8-Halbzeitführung mit in die Kabine.

Haarsträubende Ballverluste nach dem Wiederanpfiff

Auch nach Seitenwechsel blieb der TVH weiter unter den eigenen Möglichkeiten und leistete sich gerade im Offensivspiel teils schwerwiegende Ballverluste, die Hagen hellwach und mit schnellen Kontern bestrafte. Angeführt von ihrem Goalgetter Jan-Lars Gaubatz zogen die Nordrhein-Westfalen bis auf 18:11 durch Daniel Mestrum (41.) davon. Kurtagic versuchte einiges und brachte zeitweise seinen Rechtsaußen Daniel Wernig mangels Alternativen im rechten Rückraum. Der sonst so treffsichere Markus Stegefelt blieb, wie auch Dieudonné Mubenzem auf der anderen Angriffsseite, meist glücklos.

Aufbäumen in der Schlussphase wird nicht belohnt

Wie schon oft zuvor in dieser Saison gesehen, bäumten sich die Blau-Weiß-Roten in der Schlussphase der Begegnung aber noch einmal auf. Während Hagen nun etwas die Luft auszugehen schien, war es der starke Tobias Hahn, der mit vier Treffern in Serie den TVH im Alleingang im Spiel hielt und auf 18:21 (57.) verkürzte. Trotz einer offensiven Manndeckung in den Schlussminuten brachte Hagen den Vorsprung aber über die Zeit. Den Schlusspunkt setzte Johannes Klein beim 20:22 (59.). Danach kam Hüttenberg nicht mehr in Ballbesitz.

Bereits am Mittwoch haben die Blau-Weiß-Roten die Möglichkeit eine Reaktion zu zeigen. Dann trifft das Team auswärts auf den TV Großwallstadt. Anwurf des 27. Spieltages ist um 19:30 Uhr in der Untermainhalle.

Im Stenogramm:

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg: Lorenz (n.e.), Weber; Fuß (n.e.), Sklenák (3/6), Belter (n.e.), Lambrecht, Wernig (1), Rompf (1), Zörb (4), Stegefelt (1), Mubenzem, Hahn (8/4), Klein (2).

Aufstellung VfL Eintracht Hagen: Dresrüsse, Mossuto; Brand, Kress (5), Dell (1), Tubic (2), Pröhl (1), Renninger, Waldhof, Gaubatz (8), Bronemann, Mestrum (3), Stefan (1), Toromanovic.

Zeitstrafen: 4:8 Min. – Siebenmeter: 5/4:3/2. – Zuschauer: 1107. – Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier.

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer):„Glückwunsch an Hagen. Ausfälle hin oder her: Wir haben heute einfach sehr schlecht gespielt. Aktuell habe ich keine Erklärung für die Verunsicherung einiger Spieler. Wenn man sieht, dass wir mit Tobias Hahn und Daniel Wernig die zwei gefährlichsten Rückraumschützen hatten, dann sagt das einiges über unser Spiel aus. Eigentlich gab es keinen Grund nervös zu sein. Die Ausfälle haben andere auch. Ich kann die Gelegenheit nur nutzen, um mich bei den zahlreichen Fans für diese Leistung zu entschuldigen. Ich hoffe auf Besserung. Wir müssen jetzt schnell die Köpfe hochbekommen, denn wir haben am Mittwoch in Großwallstadt schon wieder ein ähnliches Spiel wie heute gegen Hagen. Da müssen wir uns sammeln und die heutige Partie schnell vergessen. Wir wollen die Niederlagenserie unterbinden und dort punkten!“

Niels Pfannenschmidt (VfL-Cheftrainer):„Das Wichtigste in solchen Situationen ist ja einfach zu gewinnen. Das haben wir heute gemeinsam geschafft. Ein ganz wichtiger Sieg. Die Mannschaft darf sich zu Recht freuen und ich freue mich einfach auch.“

Bild: Marc Thürmer / Das komplette Album ist hier zu finden.

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