Hüttenberg verliert bei Prieto-Comeback

Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg hat sich am Samstagabend nicht gegen den ASV Hamm-Westfalen behaupten können. Beim 22:25 (13:13) im Sportzentrum in Hüttenberg unterlagen die Mannen von Trainer Emir Kurtagic dem Tabellenvierten der Liga zwar nur knapp, waren aber einmal mehr im Punkto Chancenverwertung weit von den eigenen Ansprüchen entfernt. In der zerfahrenen Partie, mit vielen Zeitstrafen auf beiden Seiten, verhagelte eine lange torlose Phase nach der Halbzeit den Blau-Weiß-Roten alle Chancen auf den Heimsieg.

Großer Applaus brandete im mit 1290 Zuschauern gut besetzten „Hexenkessel Mittelhessen“ bereits vor dem Beginn der Partie auf. Am Samstag hatten die Verantwortlichen des TVH auf die Verletzungsproblematik auf der Kreisläuferposition reagiert und überraschend den dreifachen Champions-League-Sieger Carlos Prieto bis Saisonende unter Vertrag genommen. Nach drei Trainingseinheiten noch nicht komplett in das Mannschaftsgefüge implementiert, kam der 39-Jährige zunächst nur sporadisch zum Einsatz und auch weil Kreisläufer Moritz Lambrecht seinen Job mit gewohnter Zuverlässigkeit in der Offensive erledigte. Nach dem Spiel hatte das Hüttenberger Eigengewächs die Verlängerung seines Vertrages bis Juni 2020 bekanntgeben.

In der umkämpften Anfangsphase übernahm zunächst Hamm beim 1:0 von Fabian Huesmann die Führung, doch schon beim 4:2 (9.) – nach einem ansehnlichen Konter über Christian Rompf – hatte Hüttenberg das Zwischenergebnis gedreht. Bis zum 8:8 von Lukas Blohme behauptete der TVH den knappen Vorsprung, zeigte aber bereits zu diesem Zeitpunkt Nerven im Torabschluss.

In der 23. Minute dann der erste Auftritt des spanischen Neuzuganges am Kreis. Prieto holte gegen seinen Gegenspieler Markus Fuchs eine Zeitstrafe heraus und nur wenig später verwandelte Tobias Hahn einen aus der Überzahl resultierenden Siebenmeter zur 11:9-Führung (24.).

Zwischenzeitlich nur drei Hüttenberger auf dem Feld

Die Partie wurde nun zusehends hektischer und obwohl von zunehmender Härte wenig zu spüren war, stieg auch die Anzahl der Hinausstellungen dramatisch. Zunächst waren es die Gäste, die nur noch mit vier Mann auf der Platte standen. In der 26. Minute wurden dann binnen weniger Augenblicke Prieto, Lambrecht und Johannes Klein mit Zeitstrafen auf die Bank geschickt, sodass sich Hüttenberg mit nur drei Spielern auf dem Feld behaupten musste. Trotz aller Widrigkeiten hatte Hüttenberg dennoch die Chance auf die Halbzeitführung, doch Tobias Hahn scheiterte im Siebenmeterduell an Felix Storbeck.

Nach einem leitungsgerechten 13:13-Pausenstand, kam Hüttenberg motiviert aus der Kabine, traf durch Spielmacher Björn Zintel aber nur den Pfosten. Nach gleich mehrere Paraden auf beiden Seiten von Nikolai Weber und Storbeck, leistete sich Markus Stegefelt ein Foul in der Abwehr und diskutierte danach mit den Unparteiischen, was mit einer 4-Minuten-Zeitstrafe geahndet wurde. Für den TVH der Knackpunkt der Partie, denn der Schwede fehlte danach im Abwehrinnenblock.

Acht Minuten ohne eigenen Treffer

Hüttenberg schien nach dem 15:15 von Sklenák (38.) nun sichtlich die Konzentration in der Offensive zu fehlen. Fast acht Minuten lang schafften es die Blau-Weiß-Roten nicht mehr, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Hamm nutzte die Gunst der Stunde und zog – angeführt von ihrem starken Spielmacher Sören Südmeier – auf 19:15 durch Lars Gudat davon.

In der Schlussphase wurde es trotzdem noch einmal spannend. Erst brachte Zintel den TVH per Doppelschlag wieder auf 20:23 heran (54.), ehe Tobias Hahn zweimal vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war und die Mittelhessen mit dem 22:24 (58.) zumindest von einem Punkt träumen ließ. Die große Chance auf den Anschlusstreffer vergab der sonst so sichere Siebenmeterschütze aber in der 60. Minute gegen Oliver Krechel. Hamms Lukas Blohme sorgte mit dem 25:22 für den Schlusspunkt der Partie.

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg:Weber, Lorenz; Prieto, Uth (n.e.), Sklenák (5), Lambrecht (2), Wernig, Rompf (1), Chalepo, Jóhannsson (2), Stegefelt (1), Mubenzem (1), Hahn (4/4), Klein (2).

Aufstellung ASV Hamm-Westfalen:Storbeck, Krechel; Blohme (3), Huesmann (2/1), Milde (4), Brosch (1), Fuchs, Sohmann (2/1), Schwabe, Lex (2), Südmeier (5), Gudat (3), Papadopoulos (2/2), von Beonigk (1).

Zeitstrafen: 16:16 Min. – Siebenmeter: 4/6:4/5 (Hahn scheitert an Krechel und Storbeck / Weber hält gegen Huesmann). – Zuschauer: 1290. – Schiedsrichter: David Hannes / Christian Hannes.

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer):„Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Kämpferisch haben sie alles gegeben. Sie haben beide Abwehrchefs gut ersetzt. Die Defensive war auch nicht unser Problem. Das Entscheidende war, dass wir die zweite Halbzeit mit drei Glasklaren Chancen beginnen, die wir liegen lassen. Danach gibt es eine Doppelzeitstrafe gegen Stegefelt. Hamm hat dann die Sicherheit bekommen mit ihren plus vier Toren und bei uns hat sich Hektik eingestellt. Trotzdem haben wir kurz vor dem Ende bei minus zwei Tore noch einmal die Möglichkeit auf den Anschluss. Aus meiner Sicht ein gutes Spiel, aber wir lassen zu viele Hundertprozentige liegen. Das macht es für die Mannschaft nicht einfacher. Wir müssen jetzt schnell die Köpfe hochkriegen und Gas geben. Bis zum 8. Juli ist es noch eine harte Runde.“

Kay Rothenpieler (ASV-Cheftrainer):„Wir sind natürlich sehr glücklich das wir heute hier zwei Punkte mitnehmen können. Es war ein sehr schwieriges Spiel, das hatten wir erwartet. Wir wussten, dass wir in Hüttenberg an unsere Grenzen gehen müssen und wir wussten dass hier gute Stimmung ist. Die Zuschauer peitschen ihre Mannschaft nach vorne. Es war natürlich auch ein sehr hektisches Spiel, durch die ganzen Zeitstrafen. Auf die Linie der Schiedsrichter war es schwer sich einzustellen. Die ersten 18 Minuten in der zweiten Hälfte haben wir richtig gut gespielt und uns absetzen können. Nachher wurde es noch ein bisschen hektisch, aber wir hatten unseren Torhüter auf unserer Seite, der noch ein, zwei wichtige Bälle hält. “

Bild: Marc Thürmer / Komplette Bildergalerie auf Facebook.

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