23:23-Unentschieden gegen Hamburg – TVH auch 2019/20 in 2. HBL gesetzt

Viele Mannschaften müssen in der diesjährigen starken 2. Handball-Bundesliga noch um den Ligaverbleib bangen. Der TV 05/07 Hüttenberg hat hingegen am Samstagabend mit einem Punktgewinn beim 23:23 (12:11)-Unentschieden gegen den HSV Hamburg den rechnerischen Klassenerhalt perfekt gemacht. Mit neun Punkten Vorsprung auf den Tabellensechzehnten VfL Eintracht Hagen ist der TVH auf Platz 10 der Tabelle für die Schlusslichter der Liga nicht mehr einholbar und hat nach der erteilten Lizenz nun auch die sportliche Qualifikation für 2019/20 in der Tasche.

Dabei war am 34. Spieltag gegen die Hansestädter sogar mehr drinnen gewesen. Hüttenberg machte vor eigenem Publikum gegen den Aufsteiger ein starkes Spiel und ließ den Handball Sport Verein über 60 Minuten nicht einmal in Führung gehen. Aus dem starken Kollektiv ragten Björn Zintel sowie Ragnar Jóhannsson (jeweils acht Treffer) hervor und auch Torhüter Fabian Schomburg ließ mit sieben Paraden seine Gegner einige Male in aussichtsreicher Position scheitern. Am Ende bewies Hamburg allerdings großen Kampfgeist und hatte auch das nötige Quäntchen Glück, als Ragnar Jóhannsson wenige Sekunden vor dem Ende nicht an Aron Rafn Edvardsson vorbei kam.

Hüttenberg mit fulminanter Anfangsphase

Vor 1400 lautstarken Zuschauern gelang den Blau-Weiß-Roten in ihrem „Hexenkessel Mittelhessen“ ein Start nach Maß. Bereits in der dritten Minute warf Markus Stegefelt zum 3:0 für den TVH ein und ließ das Sportzentrum damit erstmals erbeben. Doch auch Hamburg fand in die Partie. Angefeuert von ihren mitgereisten Fans kam der Deutsche Meister von 2011 wieder heran und stellte beim 4:4 durch Dominik Axmann den Ausgleich her (11.). In der Folge entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, bei dem Hüttenberg immer vorlegte, aber es nicht schaffte, die Führung weiter auszubauen.

Als Isländer Ragnar Jóhannsson in der 24. Minute zur ersten Drei-Tore-Führung der Hausherren einwarf und Fabian Schomburg eine tolle Parade zeigte, schien das Spiel ein weiteres Mal in Richtung des TVH zu kippen. Doch Hamburg erholte sich auch von diesem Schock postwendend. Jan Frostbauer brachte den HSVH mit ein Wurf aus zehn Metern noch vor dem Seitenwechsel wieder auf 11:12 heran.

Auch nach der Pause hat die Führung bestand

Nach dem Wiederanpfiff drückte Hüttenberg erneut merklich auf das Tempo und stellte, nach einem gehaltenen Siebenmeter von Nikolai Weber, durch Christian Rompf auf 15:12 (37.). Als Philipp Bauer wegen einem Griff in den Wurfarm des frei durchgebrochenen Zintel wenig später mit glatt Rot vom Feld gestellt wurde, verwandelte Markus Stegefelt den fälligen Siebenmeter sicher zum 17:14 (42.) und auch nach dem 20:16 (48.) von Tomas Sklenák befanden sich die Blau-Weiß-Roten weiterhin in einer komfortablen Position.

Es sollte die Crunchtime sein, in der Hamburg noch einmal aufblühte, während Hüttenberg durch kleinere technische Fehler den Gast zurück in das Spiel brachte. Zunächst scheiterte der treffsichere Jóhannsson am Pfosten und Hamburgs Jan Frostbauer nutzte per Doppelschlag die Gunst der Stunde und markierte den 20:21-Anschluss (53.). Ein Kraftakt von Björn Zintel, der sich zwei Mal sehenswert durch die gegnerische Abwehr tankte, brachte den TVH erneut wieder beim 23:21 (55.) mit zwei Treffern in Front.

Hamburg erzielt den späten Ausgleich

In den letzten fünf Spielminuten wurde es dann wie schon oft in dieser Saison wieder extrem spannend. Zunächst traf Johannes Klein von Außen nur das Lattenkreuz, ehe Edvardsson den Gast mit seiner zweiten Glanztat an den Punktgewinn glauben ließ. In der Abwehr hingegen bekam Hüttenberg Niklas Weller nicht gestoppt, der am Kreis einen Siebenmeter herausholte. Dominik Axmann verwandelte den Ball sicher an Weber vorbei zum 23:23 (59.).

Jóhannsson hat den Siegtreffer auf der Hand

Dem TVH blieb aber noch die Zeit für einen Angriff. Zintel zog im Zentrum auf die Abwehr und wurde in der nun hitzigen Atmosphäre von Weller zu Boden gezogen – Zeitstrafe gegen Hamburg und Überzahl für den TVH. Kurtagic legte seine letzte grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Mit noch 19 Sekunden auf der Uhr brach Jóhannsson in der Folge auf Rechtshalb frei durch die Abwehr, brachte den Ball aber gegen den herausgeeilten Edvardsson nicht im Tor unter. Der Abpraller landete noch einmal bei den Mittelhessen, doch die letzte Aktion der Partie wurde wegen eines Stürmerfouls von Zintel zurückgepfiffen.

Kommende Woche trifft der TVH nun in einem Auswärtsspiel auf den HC Rhein Vikings, ehe die Blau-Weiß-Roten dann am 25. Mai den TuS N-Lübbecke im Sportzentrum zu Gast haben (Anwurf: 18 Uhr).

Im Stenogramm:

Aufstellung TV 05/07 Hüttenberg: Schomburg, Weber; Uth, Sklenák (1), Belter, Lambrecht (2), Wernig (1), Rompf (1), Jóhannsson (8), Stegefelt (2/1), Chalepo, Mubenzem, Hahn, Zintel (8), Klein.

Aufstellung HSV Hamburg: Kokoszka, Evardsson; Lackovic, Tissier, Weller (4), Ossenkopp (2/2), Axmann (6/5), Bauer (1), Forstbauer (5), Rix (2), Wullenweber (1), Bergemann (2), Vogt, Herbst.

Zeitstrafen: 6:4 Min. – Rote Karte: Philipp Bauer (HSV/42.). – Siebenmeter: 2/1:9/7. – Zuschauer: 1400. – Schiedsrichter: Matthias Klinke / Sebastian Klinke.

Stimmen zum Spiel:

Emir Kurtagic (TVH-Cheftrainer):„Ich denke, das heutige Spiel lief ähnlich wie ganz viele Partien in diesem Jahr. Wir starten gut und haben die Gelegenheit, sogar mit 5:1 oder 6:1 in Führung zu gehen. Stattdessen steht es 4:4. Man muss ganz klar sagen: Hamburg hat gefightet und alles in das Spiel reingeworfen. Wir haben hingegen in sehr vielen Situationen kleinere Fehler gemacht. Zum Beispiel in der Abwehr, wo wir überragend spielen und dann plötzlich der Ball zum Kreisläufer kommt. Auf der anderen Seite sind wir bei sechs Metern frei durch und machen in den Überzahlsituationen unser Tor nicht, sondern bekommen die Aktion wegen einem technischen Fehler zurückgepfiffen. Das war heute das was ausschlaggebend war. Wir haben es leider nicht geschafft, uns für ein gutes Spiel zu belohnen. Hamburg hingegen hat gefühlt das etwas geht. Und in der Schlussphase haben wir ein oder zwei Fehler zu viel und den Sack nicht zugemacht. Ich hoffe, dass wir es in den letzten Spielen schaffen werden, uns etwas zu steigern.“

Torsten Jansen (HSVH-Cheftrainer):„Ich finde, dass das heute ein ziemlich rassiges Spiel, mit einem verdienten Endergebnis war. Darüber kann man natürlich immer diskutieren. Hüttenberg hatte lange Zeit die Nase vorne, auch mit zwei oder drei Treffern, aber wir haben uns wieder heran gekämpft. Dann gab es leider die eine oder andere strittige Szene, wie zum Beispiel die rote Karte, die man meiner Ansicht nach da nicht geben muss. In meinen Augen ist das 23:23 dennoch ein gerechtes Ergebnis. Ich bin überglücklich und zufrieden, dass wir das Hinspielergebnis korrigieren konnten. Denn da hatten wir nicht den Hauch einer Chance. Deswege freue ich mich über die Entwicklung einer Mannschaft. Rechnerisch haben beide Mannschaften jetzt die Klasse gehalten, daher freue ich mich auch für beide Vereine.“

Foto: Steffen Bär.

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