„Niko ist ein richtig guter Mentor für mich“

Dominik Plaue, Torhüter des TV 05/07 Hüttenberg, im Interview vor dem Auswärtsspiel bei seinem ehemaligen Verein Handball Sport Verein Hamburg.

Domi: Ohne lange zu überlegen, in wie vielen Bundesländern hast du schon Handball gespielt?

Dominik Plaue: Ich würde sagen es waren fünf.

Du hast in Hessen angefangen, bist über Hamburg und Sachsen-Anhalt wieder hier her zurück. Ist das korrekt?

Dominik Plaue: Nein. Ich komme aus Bad Homburg und habe beim HSV Nidderau angefangen, über Bruchköbel ging es nach Großwallstadt. Hier habe ich dann mit dem Leistungssport angefangen. Mit der B-Jugend haben wir 2011 die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Und dann?

Dominik Plaue: Mit 18 bin ich zum THW Kiel mit der Perspektive, auch bei den Profis mit zu trainieren. Spielpraxis konnte ich dann in der 3. Liga beim TSV Altenholz sammeln und durfte auch unter dem großen Alfred Gislason bei den Zebras spielen.

Heißt das, dass du dich überall wohl fühlst oder eher immer wieder etwas Neues suchst?

Dominik Plaue: Grundsätzlich wäre ich schon gerne in Kiel geblieben, aber an Niklas Landin und Andi Wolff war damals kein Vorbeikommen. Mit der Neuformierung des Handball Sport Vereins Hamburg, habe ich dann meine Chance im Norden bekommen.

Hüttenberg und auch zuvor Dessau sind ruhige Gegenden. Reizt dich das Land mehr als die Stadt?

Dominik Plaue: Teils teils. Ich fühle mich auf dem Land schon wohl. Mit meinem kleinen Hund ist es natürlich prima. Hamburg ist für mich aber mit Abstand die schönste Stadt in Deutschland. Hat beides seine Vorteile aber auf dem Land gefällt es mir schon sehr.

Bist du in Hüttenberg gut angekommen?

Dominik Plaue: Ja, auf jeden Fall. Ich kannte hier schon einige Personen und habe auch mein privates Glück gefunden. Mit Niko Weber habe ich einen richtig guten Mentor im Tor, mit dem ich viel spreche und von dem ich auch noch in nächster Zeit viel lernen kann. Wir haben eine charakterstarke Truppe hier beim TVH, die sich auch abseits des Feldes prima versteht.

Was gefällt dir hier?

Dominik Plaue: Das familiäre Umfeld finde ich super. Die Mannschaft mit den Fans, die nahe Geschäftsstelle und das Beieinandersein in der Region. Das ist in einer Großstadt meist schwieriger.

Am Sonntag geht’s nach Hamburg. Die Millionen-Metropole ist dir sehr gut bekannt. Was kommt dir als erstes in den Sinn?

Dominik Plaue: Die Elbe. Für mich immer ein Ort zum Entspannen und Stress abbauen. Nach schweren Spielen konnte man hier Abschalten und den Handball auch mal für den Moment vergessen.

Du hast mit dem Handball Sport Verein Hamburg den Aufstieg in die 2. Liga gefeiert. Sicherlich einer der schönsten Momente in deiner bisherigen Karriere?

Dominik Plaue: Auf jeden Fall. Nicht nur der Aufstieg war grandios, die zwei Jahre in Hamburg habe ich sehr genossen. Auch der Abschied und das erste Wiedersehen mit dem Ex-Verein waren besonders.

Bis heute stehst du mit dem Klub in Kontakt, giltst dort als Publikumsliebling. Was ist das Besondere an der Beziehung zwischen dir und dem HSVH?

Dominik Plaue: Ich habe dort viele nette Menschen kennengelernt. Ich genieße es, nahe an den Fans zu sein und sie geben mir das zurück. Das ist ja auch das, was ich an Hüttenberg so mag. Als ich mit Dessau in Hamburg gespielt habe, haben mich die heimischen Fans lautstark begrüßt. Das war schon Gänsehaut pur. Jetzt freue ich mich auch auf unser Auswärtsspiel an der Elbe.

Wie siehst du Hamburg im zweiten Jahr nach dem Aufstieg?

Dominik Plaue: Sie kennen jetzt die zweite Liga und wie eng es hier zugehen kann. Totos Team ist gut in die Saison gestartet und ich traue ihnen zu, die Platzierung des letzten Jahres auf jeden Fall zu toppen. Aber am Ende wird es mindestens einen Platz hinter uns (lacht).

Und was nimmst du dir für den Sonntag vor?

Dominik Plaue: Ich hoffe, dass ich mit einigen Paraden glänzen kann. Wir warten noch auf unseren ersten Auswärtssieg, da wäre doch Hamburg ein perfekter Zeitpunkt. Nach unserem Sieg gegen Coburg wollen wir auch diese Woche punkten.

Hast du vor so einem Spiel mehr Druck oder bist du entspannter?

Dominik Plaue: Da muss ich eine Anekdote erzählen. Ich habe vor meiner ersten Rückkehr lange mit Dominik Klein telefoniert, wie man mit solch einer Situation umgehen kann. Wenn man zu einem Verein zurückkommt, dessen Fans einen ins Herz geschlossen haben, man aber jetzt mit dem Gegner anreist. Nach dem Telefonat ist es für mich deutlich leichter, mich auf das Spiel zu freuen und fahre mit positiven Gedanken nach Hamburg. Das überwiegt gegenüber dem möglichen Druck.

(kmH)

Foto: Marc Thürmer

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