Ein Mutmacher zum Auftakt

Der TV 05-07 Hüttenberg verliert das erste Spiel der Saison 2020/2021 gegen den Wilhelmshavener HV mit 29:32 (Hz. 17:15). Vor leeren Rängen lieferte die junge Griesbach-Sieben im Sportzentrum Hüttenberg eine sehenswerte Leistung ab und lag bis zur 45. Minute in Front.

Es war eine Begegnung, die bei beiden Mannschaften unter noch nicht dagewesenen Vorzeichen stand. Während bei den Gastgebern kurzfristig umdisponiert werden musste und vom ursprünglichen Plan (Rittal Arena mit 800 Zuschauern) auf eine alternative Lösung (Sportzentrum Hüttenberg ohne Zuschauer) ausgewichen wurde, hatte man beim Wilhelmshavener HV weitaus turbulentere Wochen hinter sich. „Wir wussten bis einen Tag vor dem Spiel nicht, ob wir antreten dürfen und wenn ja mit welchem Kader“, skizzierte WHV-Trainer Christian Köhrmann die Ausgangslage des WHV.

Anfangsphase gehörte den Gästen

Von Beginn an eröffnete sich ein offener Schlagabtausch im Sportzentrum Mittelhessen, bei dem die „Nordlichter“ aus Wilhelmshaven zunächst die Nase vorne haben sollten. Über Rechtsaußen Yannick-Marco Pust gingen die Gäste in der vierten Minute mit 3:1 in Führung. Schnell egalisierten die Mittelhessen diesen Rückstand, was an einer starken Offensivleistung lag. TVH-Experte Florian Laudt sprach auf dem Kommentatorenstuhl von einem „typischen Sommerspiel“, da beide Teams in der ersten Hälfte Defizite in der Deckung offenbarten, aber mit offenem Visier nach vorne gingen. Nachdem sich der TVH in der zehnten Minute beim 7:6 zum ersten Mal die Führung sicherte, konnte er diese über die Stationen (11:10 19.Minute, 14:14 26.Minnute) auf 17:15 zur Halbzeit hochschrauben.

Drei Spieler stachen in der ersten Hälfte leistungstechnisch beim TVH heraus. Während Spielmacher Henrik Schreiber von Beginn an ein hohes Tempo hinlegte und drei der ersten fünf TVH-Treffer markierte, benötige Schlussmann Dominik Plaue eine kleine Aufwärmphase. Nach dieser wusste er jedoch im Gehäuse zu überzeugen und parierte reichlich freie Würfe. Neben Schreiber war es Johannes Klein, der im Angriff wichtige Akzente im ersten Durchgang setzte und somit ein Garant der Halbzeitführung war.

Köhrmann mit cleverem Schachzug

Nach dem Seitenwechsel brauchten beide Mannschaften, um wieder in die Begegnung zu finden. Der Turnverein aus Hüttenberg benötigte mehr als vier Minuten, damit die Bank das erste Mal wieder aufspringen durfte und das 18:16 durch Hendrik Schreiber bejubeln konnte. Es sollte der „Dosenöffner“ für die stärkste Phase der Hausherren sein. Voller Emotionalität, Leidenschaft und aus einer ordentlichen Abwehr heraus, schwammen sich die Griesbach-Schützlinge auf 22:18 in der 40. Minute frei. Gästetrainer Christian Köhrmann nahm eine Auszeit und stellte seine Sieben um. Er nahm langsame und körperliche Spieler runter und brachte seine agile, wendige Formation. Dieser Strategie sollte aufgehen zumal der TVH immer mehr ins Schwanken geriet. Im Angriff fehlte die Klarheit in den Aktionen und in der Defensive hatte man seine Probleme mit der treffsicheren Flügelzange Delic/Pust und den stark aufspielenden Rückraumakteuren Schwolow und Schauer. Im WHV-Gehäuse trumpfte im zweiten Durchgang der erstligaerfahrene Jens Vortmann auf und vernagelte besonders in der Schlussphase das Tor.

In der 48. Minute nahmen die Gäste die Führung wieder an sich und sollten diese bis zur Schlusssirene nicht mehr abgeben. Am Ende siegte die Cleverness der erfahrenen Wilhelmshavener Kräfte und den Hüttenbergern fehlte die Lockerheit aus der ersten Hälfte. Trotz der Niederlage ist es eine Begegnung, die Mut für anstehende Aufgaben macht, da sich das junge Team von Frederick Griesbach durchgehend teuer verkaufte.

 

Statistik:

TVH: Plaue, N. Weber; Schreiber (6), Klein (5), Rompf (4), Reichl (3), Hahn (3/2), Fuß (3), Mubenzem (2), I. Weber (1), Zörb (1), Hübscher (1/2), Schwarz, Opitz, Fujita, Theiß.

Zuschauer: 0

Trainerstimmen zum Spiel:

Christian Köhrmann: „Es sind einfach so große Emotionen nach dem Spiel und ich bin so stolz auf meine Mannschaft, was sie für eine Moral und für einen Kampfgeist bewiesen hat. Wenn es sich nicht lohnt, für diese Mannschaft einzustehen, dann weiß ich auch nicht mehr. Montag wird es einen wichtigen Termin für uns geben und nach dem Termin werden wir auch erst wissen, mit welcher Mannschaft wir gegen Hamm auflaufen dürfen. Es sind sehr ungewisse Zeiten für uns.“

Frederick Griesbach: „Das war heute Cleverness, was uns ein wenig gefehlt hat. Diese Cleverness kommt aber mit Spielen und im besten Fall mit Siegen. Was das Kämpferische angeht, können wir unserem Team keinen Vorwurf machen. Wir haben es heute aber mit dem jungen Team bewiesen, dass wir gegen jeden mithalten können und wir werden weiterhin jedes Spiel als Endspiel ansehen. Die emotionale Seite war heute positiv zu bewerten, was für mich aber in Hüttenberg unabdingbar ist.“

 

Bild: Marc Thürmer

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