Goliath wankte – fiel jedoch nicht

Der TV 05/07 Hüttenberg schrammte beim VFL Gummersbach haarscharf an einer Sensation vorbei. Am Ende musste man sich dem Topfavoriten der 2.HBL mit 29:30 geschlagen geben. Über weite Strecken lieferte die Griesbach-Sieben ihre beste Saisonleistung ab.

Schon vor dem Spiel wurde bekannt, dass aufgrund eines Corona-Falls vier Spieler des VFL Gummersbach in Quarantäne geschickt wurden und somit beim Spiel gegen den TVH fehlten. Des Weiteren waren aufgrund gestiegener Inzidenzzahlen keine Zuschauer in der Schwalbe-Arena erlaubt, sodass die beiden Traditionsvereine bei einem „Geisterspiel“ aufeinandertrafen.

Von Beginn an auf Augenhöhe

Wie man hoch gehandelte Mannschaften in großen Teilen ärgert, stellte der TV 05/07 Hüttenberg schon am letzten Spieltag gegen die SG BBM Bietigheim unter Beweis. Die Gäste gingen mutig im Angriff und aggressiv in der Abwehr in diese Begegnung, sodass die 3:2-Führung durch den starken Hendrik Schreiber nach wenigen Minuten gerechtfertigt war. Die Heimsieben spielte im weiteren Verlauf jedoch ihre Routine aus und hatte mit Bozovic den stärksten Mann der ersten Hälfte in ihren Reihen. Auch wenn der VFL sich in der 18. Minute auf 11:8 freischwimmen konnte, ließ der TVH sich nicht abhängen. In der Offensive gaben Spielmacher Hendrik Schreiber, der eingewechselte „Dido“ Mubenzem und der durchsetzungsstarke Vit Reichl den Takt an. Die 3:2:1-Deckung präsentierte sich aggressiv und agil, Ian Weber führte clever Regie im zentralen Deckungsverbund und dahinter konnte sich Routinier Niko Weber auszeichnen. Somit gingen die Hüttenberger mit einer berechtigten 16:15-Führung in die Kabine.

VFL mit Abwehrumstellung

Nach dem Seitenwechsel gelang dem TV 05/07 Hüttenberg ein Blitzstart, den Christian Rompf mit dem Treffer zum 18:15 krönte. VFL-Trainer Sigurdsson reagierte und stellte seine Abwehrreihe auf eine offensive 5:1-Deckung um, die phasenweise auch in die 3:2:1-Variante überging. Diese offensivere Abwehr provozierte einfache Fehler beim TVH, die der VFL Gummersbach mit Gegenstoßtoren bestrafte. Auch wenn „Dido“ Mubenzem in der 54. Minute das 28:27 markierte, reichte es in der Endabrechnung nicht zu einem Punktgewinn. Das lag besonders an dem späten Torhüterwechsel bei Gastgebern. Der eingewechselte VFL-Tormann Diogo Valerio hielt den Zittersieg seiner Farben mit wichtigen Paraden fest.

Fazit

Es können wichtige Erkenntnisse aus diesem Spiel gezogen werden, wie zum Beispiel: Der große Einbruch, wie noch gegen Rimpar oder Bietigheim, blieb aus. In der Offensive verbessert sich die Kooperation mit dem starken Neuzugang Vit Reichl immer mehr. In der Defensive findet sich mit Weber/Schreiber eine neue, zentrale Abwehrachse. Es fehlt noch die allerletzte Konsequenz und Effektivität, um etwas Zählbares mitzunehmen. Am Ende hat sich nicht das stärkere Team, sondern die höhere, individuelle Qualität durchgesetzt.

Statistik:

TVH: Plaue, Nikolai Weber; Fuß (3), Schwarz, Opitz, Fujita, Ian Weber (3), Rompf (3), Reichl (6), Mubenzem (5), Hübscher, Hahn (2/2), Klein (1), Jockel, Schreiber (6).

Schiedsrichter: Schmidt/Linker (Recklinghausen). – Zuschauer: keine. – Zeitstrafen: 2:6 Minuten. – Siebenmeter: 4/4 – 2/2.

Stimmen zum Spiel

Frederick Griesbach: „Heute war unsere Schwächephase mit dem 0:4-Lauf nach der Pause kleiner und so konnten wir das Spiel offenhalten. In der zweiten Hälfte sind wir nicht mehr zu unseren Tempotoren wie in der ersten Halbzeit gekommen. Wie in der ersten Halbzeit gegen Bozovic, agieren wir in der zweiten Hälfte gegen Hermann zu passiv.“

Ian Weber: „Das war ein hart umkämpftes Spiel, in dem wir bis zum Ende alles in die Waagschale geworfen haben. In der Schlussphase hat uns ein Tick Cleverness gefehlt.“

Johannes Klein: „Meines Erachtens hätten wir einen Punkt verdient gehabt, jedoch ist der Handball kein Wunschkonzert. Wir müssen die positiven Aspekte aus dem Spiel ziehen, die zwei Trainingstage bestmöglich nutzen, um dann gegen Elbflorenz neu anzugreifen.“

Foto: Philipp Ising

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