Zwei TVH-Gesichter

 Der TV 05/07 Hüttenberg muss sich in der Rittal Arena dem favorisierten TuS N.-Lübbecke mit 24:32 geschlagen geben. Auch wenn die Gastgeber zur Halbzeit mit 15:14 in Front lagen, mussten sie in der zweiten Hälfte Federn lassen. 

Im Vorfeld waren die Rollen klar verteilt. Für den TuS N.-Lübbecke kam die Partie in Mittelhessen einer Pflichtaufgabe gleich, zumal die Gäste den Aufstieg als Saisonziel anvisiert haben. Während der TuS in voller Montur antreten konnte, verschlechterten sich die Vorzeichen beim TVH in der Trainingswoche mit dem Ausfall von Hendrik Schreiber und den Verletzungen von Merlin Fuß und Tobias Hahn. In der ersten Halbzeit war jedoch von dieser dünnen personellen Decke kaum etwas zu spüren. 

Starke erste TVH-Hälfte 

In den ersten Minuten beschlich einen das Gefühl eines Fehlstarts nach drei einfachen TuS-Toren. Ian Weber befreite in der fünften Minute das komplette TVH-Team von solchen Gedanken und verkürzte auf 1:3. Über die komplette Spielzeit darf man dem jungen Spielmacher Weber eine wiedermal starke Leistung attestieren und am Ende war der Juniorennationalspieler mit 8 Toren bester Werfer seiner Farben. Neben seiner Torgefahr wusste Ian auch seine Mitspieler in Szene zu setzen, die besonders nach langen Kreuzungen effektiv waren. Hinten im Tor stand ein gut aufgelegter Dominik Plaue, sodass der Halbzeitstand von 15:14 für den TV 05/07 Hüttenberg nicht überraschte. 

Favorit dominiert nach Wiederanpfiff 

Das spielerische Bild sollte sich in der zweiten Hälfte ändern. Während die Heimsieben sich immer mehr in Eins-gegen-Eins-Situationen verstrickte und kaum noch die Bewegung ohne Ball fand, agierten die Gäste nahezu wie ausgewechselt. Die 6:0-Deckung vom TuS N.-Lübbecke trat besonders im Zentrum kompakter auf und im Tor trumpfte Jepsen auf, sodass es nach 40 Minuten 16:21 stand. Besonders die TVH-Abwehr fand nach dem Seitenwechsel keinen Zugriff mehr, die Zweikämpfe gingen verloren und die Helferkette kam kaum zum Greifen. In der Endabrechnung war es eine verdiente Heimniederlage, die nach einer sehr disziplinierten und anschaulichen ersten Halbzeit ein wenig zu hoch ausfiel. Positiv sind die Einsätze von den A-Jugendlichen Phillip Opitz, Niklas Theiß und Tristan Kirschner zu erwähnen, die wichtige Spielzeit sammeln konnten.

Statistiken:

Schiedsrichter: Engel/Schmitz – Zuschauer: keine. – Zeitstrafen: 4:6 Minuten. – Siebenmeter: 2/3 – 3/3.

TVH: Plaue, Nikolai Weber, Böhne; Fuß (4), Kirschner, Opitz, Theiß (2), Fujita, Ian Weber (8), Rompf (2), Reichl (3), Mubenzem (1), Hübscher, Hahn (2/2), Klein (2), Jockel. 

Stimmen zum Spiel: 

Emir Kurtagic: „Ich bin sehr zufrieden über die zwei Punkte. Mir war bewusst, dass Hüttenberg über 60 Minuten das Tempo der ersten Hälfte nicht halten konnte. Besonders in der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt. Ich bin sehr zufrieden, wie souverän das Team die zweite Hälfte gespielt hat. Ab heute fiebere ich wieder mit dem TV Hüttenberg mit.“ 

Frederick Griesbach: „Ich habe das bisher noch nie gemacht, aber uns fehlen Kapitän und Co-Kapitän und somit die zwei besten Abwehrspieler in unserer Mannschaft. Mit Hendrik Schreiber fehlt zudem kein unwichtiger Spieler. Merlin Fuß knickt im Abschlusstraining um und spielt mit Schmerzen, Dido Mubenzem geht während des Abschlusstrainings zum Physio, Tobias Hahn trainiert die ganze Woche einmal. Uns hat man am Ende angesehen, dass wir platt waren. In der zweiten Hälfte verlieren wir fast jeden Zweikampf und stehen meistens alleine. Im Endeffekt ist das Ergebnis in allen Belangen gerechtfertigt. Wir können trotzdem viele positive Dinge mitnehmen aber auch einiges lernen aus der zweiten Hälfte.“ 

Dominik Plaue: „Wir gehen sehr angeschlagen in die Partie und dann wird es mit unserem Kader sehr schwer. Lübbecke macht es am Ende clever. Wir haben 15 Paraden, was eigentlich für einen Sieg reichen müsste, jedoch bekommen wir keine Abpraller, um so vielleicht mal auch einfache Tore zu erzielen. Wir werden weiterhin hart arbeiten und dann holen wir uns bald wieder Punkte.“ 

Ian Weber: „Unsere Fehlerquote ist momentan einfach zu hoch. An einigen Punkten müssen wir in der nächsten Zeit arbeiten, um wieder zu punkten. Es beginnt bei der Bewegung ohne Ball, geht über zu den Regelbewegungen in der Abwehr und mündet im richtigen Anstoßen. Wir werden den Glauben an uns aber nicht verlieren und weiterkämpfen.“

Foto: Marc Thürmer

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