Topteam lange geärgert

Der TV 05/07 Hüttenberg verkauft sich beim Tabellenvierten VFL Lübeck-Schwartau über weite Strecken sehr teuer, jedoch steht am Ende eine 22:25-Niederlage zu Buche. „Schade, es wäre was drin gewesen“, musste TVH-Trainer Johannes Wohlrab nach dem Abpfiff bilanzieren, dessen Team eine niedrigere Fehlerquote für eine Überraschung benötigt hätte.

Mit breiter Brust traten die Mittelhessen die Reise gen Norden an und diese hatten sie sich in den Spielen davor erarbeitet. Aus vier Partien konnten drei gewonnen werden und der direkte Vergleich gegen den VFL Lübeck-Schwartau machte zudem Hoffnungen auf eine Überraschung. Jedem aus dem TVH-Lager war jedoch auch bewusst, dass nahezu alles passen muss, um bei diesem Topteam etwas Zählbares mitzunehmen. In der Endabrechnung hat vieles gepasst, aber entscheidende Kleinigkeiten fehlten, um das Schwergewicht auf die Bretter zu schicken.

Verschlafener Start

Nach einer mehr als fünfstündigen Anreise schienen die Wohlrab-Schützlinge ihre Wachsamkeit im Reisebus gelassen zu haben. Die Hausherren agierten komplett konträr und markierten somit in der siebten Minute das 4:0. Es war Vit Reichl, der mit dem ersten TVH-Tagestreffer diesen Bann durchbrach und eine bessere Phase einleitete. Der VFL hatte aber im ersten Durchgang die Zügel fest in der Hand und besonders das Zusammenspiel zwischen dem letztjährigen Liga-MVP Julius Lindskog Andersson und dem bulligen Kreisläufer Carl Löfström stellte eine effektive Kooperation dar. Der TVH ließ sich jedoch nicht abschütteln und das lag besonders am herausragenden Rückhalt Dominik Plaue, der mit 42 Prozent gehaltenen Bällen einen „Sahnetag“ erwischte. Schon im ersten Durchgang zeichnete sich der gebürtige Bad Homburger Plaue mit sehenswerten Paraden aus und war der lebenserhaltende Faktor im TVH-Spiel, sodass man sich zur Halbzeitsirene mit 9:13 noch in Schlagdistanz befand.

Zu viele technische Fehler

Auch nach dem Seitenwechsel nahm die „Plaue-Show“ kein Ende und mit dem Torhüter steigerte sich auch der TVH-Deckungsverbund. Dem VFL gelangen nach dem Seitenwechsel in den ersten 12 Minuten lediglich zwei Treffer, sodass Weber, Klein und Co. beim 14:15 den Anschluss herstellten. In dieser Phase nutzen die Gäste jedoch schon eine Überzahl nicht aus oder Kreisanspiele landeten im leeren Raum. Die, von einer immer stärker auftrumpfenden TVH-Abwehr, genervt wirkenden Lübecker fanden nach dem Fehlstart in die zweite Hälfte wieder in ihre Spur zurück und zogen in der 48. Minute auf 19:15 davon. Die Partie schien sich deutlich in die Richtung der Przybecki-Sieben zu entwickeln, jedoch konnte sich der TVH auch weiterhin auf Dominik Plaue verlassen. Seine Vorderleute nahmen seinen Schwung mit und egalisierten den Rückstand, sodass Johannes Klein in der 52. Minute den 19:19-Ausgleich markierte. Nachdem Ian Weber mit einem lässigen Kopfroller vom Strich in der 58. Minute den 22:23-Anschlusstreffer erzielte, lebte weiterhin die Hoffnung auf einen überraschenden Punktgewinn. Die rechte Angriffsseite vom VFL in Person von Finn Kretschmer und Niels Versteijnen machte jedoch einen Deckel auf den Heimerfolg, sodass der TVH mit leeren Händen die lange Heimreise antreten musste.

Weiteres Auswärtsspiel steht bevor

Im Rahmen einer weiteren englischen Woche bleibt den Spielern von Johannes Wohlrab keine Zeit, um den beiden Punkten hinterherzutrauern. Schon am Freitag, dem 05. März geht es für den TV 05/07 Hüttenberg bei der SG BBM Bietigheim um die nächsten Punkte.

Schiedsrichter: Gimmler/Rips – Zuschauer: keine – Zeitstrafen: 6:4 in Minuten – Strafwürfe: 6/6 : 6/3.

TVH: Plaue, Nikolai Weber; Fuß (2), Kneer (1), Theiß (5), Fujita (1), Ian Weber (2/1), Rompf (4/2), Lindenstruth, Reichl (2), Mubenzem, Hübscher, Hahn, Klein (2), Jockel, Schreiber (3).

Stimmen zum Spiel

Johannes Wohlrab: „Mir hat am Anfang ein bisschen die Aggressivität gefehlt im gesamten Spiel, weshalb wir auch zurecht mit vier Toren Minus in die Halbzeit gehen. In der Halbzeit haben wir aber besprochen, dass wir auf das Tempo drücken möchten, was das Team auch super umgesetzt hat, allerdings haben wir im gesamten Verlauf zu viele technische Fehler gemacht, die uns in dieser Häufigkeit nicht passieren dürfen. Wir hatten einen sehr, sehr starken Dominik Plaue im Tor, der uns lange Zeit im Spiel gehalten hat. Beim 19:19 hatten wir die Chance auf einen Punktgewinn, jedoch hatten wir nicht das Quäntchen Glück auf unserer Seite.“

Dominik Plaue: „Wir kommen nicht gut in das Spiel, kämpfen uns wieder zurück, aber lassen leider viele Siebenmeter liegen. Auch nach einem Fünf-Tore-Rückstand holen wir uns zurück und müssen den ein oder anderen Pfiff ausbügeln. Wir haben aber wieder ein großes Herz gezeigt. Am Freitag belohnen wir uns mit zwei Punkten in Bietigheim für unsere harte Arbeit.“

Niklas Theiß: „Wir können mit unserer Leistung recht zufrieden sein, da wir die zweite Halbzeit gewonnen haben und beim 19:19 sogar die Chance auf einen Punktgewinn hatten. Am Ende hatten wir vielleicht ein bisschen weniger Glück, was wir in den Spielen davor hatten. Es hat eigentlich vieles gestimmt. Abwehr, Angriff und Torhüter waren gut, jedoch machen wir in den letzten Minuten ein bis zwei Fehler zu viel, wofür wir dann bestraft werden.“

Foto: Christian Schaffrath

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