Lange auf Überraschungskurs

Nach einer turbulenten Woche, in der lediglich eine Trainingseinheit stattfinden konnte, verkauft sich der TV 05/07 Hüttenberg sehr teuer beim favorisierten HC Elbflorenz 2006, jedoch muss er sich am Ende mit 22:26 (13:12) geschlagen geben. Auch ein tiefer Griff in die „Taktik-Kiste“ von TVH-Trainer Johannes Wohlrab kann die Niederlage nicht verhindern.

Die Vorzeichen standen nicht gut beim TVH, zumal die Vorbereitungswoche nicht ungünstiger hätte laufen können. Aufgrund eines im Nachhinein sich als falsch entpuppten positiven Corona-Test waren alle Spieler als auch Trainer die Woche an das Eigenheim gebunden. Erst am Freitag konnte nach einigen Testungen eine vollständige Entwarnung vom Gesundheitsamt ausgesprochen werden, sodass TVH-Trainer Johannes Wohlrab lediglich eine Trainingseinheit übrigblieb, um seine Mannen auf das schwierige Auswärtsspiel in Dresden vorzubereiten. Welche Leistung Wohlrab seinen Schützlingen entlocken konnte, gebührt größte Anerkennung, zumal man die favorisierten Gastgeber lange ärgern konnte.

Wohlrab mit Überraschung

Mit dem Anpfiff sollte es direkt zur ersten Überraschung für die Hausherren kommen, zumal TVH-Trainer Johannes Wohlrab von Beginn an mit dem siebten Feldspieler agierte. Aus Gründen der Belastungssteuerung und der taktischen Auslegung griff Wohlrab auf dieses eher ungewohnte Mittel zurück. Auch wenn die TVH-Akteure nicht gänzlich eingespielt sind im siebten Feldspieler, fanden sie gut in die Begegnung. Als Robin Hübscher nach 17 Minuten das 9:8 erzielte, hatte der TVH nach dem 1:0 durch Christian Rompf ein zweites Mal die Führung inne. Trotz starker Rotation kam kein Bruch in die Partie, sodass es auch zur Halbzeit knapp blieb. Das lag besonders an der gefestigten 6:0-Abwehr, in der Stefan Kneer und Patrick Jockel einen ordentlichen Job im Innenblock verrichteten.

Huhnstock vernagelt Kasten

Nach dem Seitenwechsel fand der HCE besser in die Partie und setzte sich durch den immer stärker aufspielenden Kreisläufer Jonas Thümmler auf 17:14 ab. Das beeindruckte die Mittelhesse hingegen wenig, zumal diese zur Aufholjagd bliesen. Mit einem 4:0-Lauf egalisierte man zunächst den Rückstand und ging sogar durch Merlin Fuß in der 40. Minute mit 18:17 in Führung. Es sollten zwei Schlüsselszenen folgen. Zunächst vergab der TVH bei diesem Stand einen freien Wurf vom Kreis, sodass eine höhere Führung verpasst wurde. Zudem agierte man beim Rückstand von 20:21 undiszipliniert im Angriff bei einer Überzahl, sodass diese kleinen Knackpunkte Elbflorenz in die Karten spielten. Ein HCE-Akteur hatte zudem nahezu nur Asse in seinem Ärmel. Mit Mario Huhnstock wechselte Heim-Trainer Rico Göde den Sieg ein, denn der Torhüter rührte ordentlich Beton an. Mit sechs Paraden in 20 Minuten und einer Quote von sagenhaften 64,29 Prozent gehaltener Bälle, war Huhnstock der Erfolgsgarant bei der Heimsieben. Der TVH vermochte es besonders in der Schlussphase zu selten, Huhnstock zu überwinden, sodass die Gastgeber am Ende auch verdient als Sieger vom Platz gingen.

Schiedsrichter: Kolb/Kauth – Zuschauer: keine – Zeitstrafen: 6:6 in Minuten – Strafwürfe: 2/3 : 3/3.

TVH: Plaue, Niko Weber; Fuß (3), Kneer (1), Theiß (1), Fujita, Ian Weber (3), Rompf (2), Lindenstruth (1), Reichl (3), Mubenzem, Hübscher (1), Hahn (4/3), Jockel, Schreiber (3).

Stimmen zum Spiel:

Johannes Wohlrab: „Schade. Nach den ganzen Vorkommnissen in dieser Woche war das Glück leider nicht auf unserer Seite. Wir haben 7 gegen 6 über 60 Minuten gespielt und haben das von der Disziplin her wirklich gut gemacht. Wenn man aber seine freien Chancen nicht nutzt und am Ende nur 22 Tore wirft, hat man es nicht verdient. Zudem kam bei Elbflorenz Huhnstock rein und hält über 60 Prozent. Es gibt eine Position in diesem Sport, die den Unterschied ausmacht und das ist der Torhüter. Wir müssen jetzt schleunigst den Mund abwischen und direkt wieder Gas geben, da am Mittwoch Eisenach auf uns wartet.“

Patrick Jockel: „Wir hatten eine schwierige Ausgangssituation, müssen aber am Ende die Fehler bei uns suchen. Wir haben über weite Strecken gut mitgehalten, jedoch hat uns gen Ende vor allem im Angriff die nötige Cleverness gefehlt. Jetzt heißt es, aus den Fehlern zu lernen und den Fokus voll auf Eisenach zu legen, damit wir wieder Punkten können.“

Vit Reichl: „Heute haben wir unseren Gegner mit dem 7 gegen 6 überrascht. Bis zum Stand von 18:17 waren wir erfolgreich, aber dann haben wir einige klare Situationen nicht genutzt und das hat die Partie entschieden. Jetzt müssen wir uns mit 100 Prozent auf Eisenach vorbereiten und am Mittwoch die zwei Punkte holen.“

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