TVH sorgt für Überraschung

Mit der vermeintlich besten Abwehrleistung in dieser Spielzeit, sorgt der TV 05/07 Hüttenberg mit dem 28:24-Auswärtssieg beim TSV Bayer-Dormagen für eine faustdicke Überraschung. Mit diesen „Bonus-Punkten“ verschafft sich der TVH im Kampf um den Klassenerhalt Luft zu den Kontrahenten und klettert auf den 12. Platz.

Im Vorfeld waren die Rollen eigentlich klar verteilt. Als Tabellen-Sechster in eigener Halle hatte der TSV Bayer-Dormagen die Favoritenrolle gegen die Mittelhessen auf dem Papier deutlich inne. Auch wenn der TVH das letzte Heimspiel gegen ThSV Eisenach gewinnen konnte, unterstützte der 27:19-Auswärtssieg von Dormagen die Favoritenrolle umso mehr, zumal sie diesen beim Aufstiegsaspiranten TuS N.-Lübbecke eingefahren hatten. Trotz dieser Ausgangslage ging TVH-Trainer Johannes Wohlrab zuversichtlich in die Begegnung und er sollte mal wieder Näschen beweisen.

TVH direkt in der Partie

Die Mannen um Co-Kapitän Stefan Kneer benötigten keine Anlaufzeit, um im TSV Bayer Sportcenter Fuß zu fassen. Als Hendrik Schreiber in der 5. Minute das 3:1 für die Gäste erzielte, war der Start geglückt und erstes Selbstbewusstsein getankt. Dieses verschwand auch nicht, als Dormagen in der 10. Minute auf 5:3 davonzog und TVH-Trainer Johannes Wohlrab früh seine erste Auszeit nahm. Das Time-Out sollte jedoch nicht seine Wirkung verfehlen, da Wohlrabs Schützlinge den Rückstand nicht nur egalisierten, sondern auch beim 7:6 die Führung in der 14. Minute zurückeroberten. Den hauchdünnen Vorsprung konnten Jockel, Theiß und Co. bis in die Halbzeit retten. Diesen Zwischenerfolg konnte man nicht an einem Punkt festmachen, zumal einige an diesem Tag früh griffen. Im Tor wusste Routinier Niko Weber sich immer wieder auszuzeichnen, die Abwehr offenbarte sich von Beginn an sattelfest und im Angriff ließ der TVH den Ball sicher und schnell zirkulieren.

Abwehrbollwerk hält Sieg fest

Nach dem Seitenwechsel setzte sich der enge Spielverlauf fort. Auch wenn es keine Mannschaft vermochte, sich deutlich freizuschwimmen, war es doch nahezu durchgehend der TV Hüttenberg, der die Nase mit einem Tor vorne hatte. Die Gastgeber mussten permanent nachziehen, was Hüter, Meuser und Co. ermüdete. Das schlug sich besonders in technischen Fehler nieder, womit die „Werks-Sieben“ nicht geizte. Man kann jedoch nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt und an diesem Abend ließ die agile und aggressive 3:2:1-Deckung vom TVH nur sehr wenig zu. Beim Stand von 23:23 (53. Minute) schaltete der TVH besonders in der Abwehr nochmal einen Gang höher. In dieser Phase trumpfte zudem noch Niko Weber im Gehäuse auf, sodass man sich vorentscheidend auf 26:23 in der 57. Minute absetzen konnte. In der Endabrechnung war es ein rundum gelungener Handball-Abend für die Wohlrab-Sieben. Neben einer sehr starken Abwehrleistung, wusste man auch im Angriff klug zu agieren. Ian Weber gab ein weiteres Mal clever den Takt an, mit druckvollen und schnellen Kreuzbewegungen kreierte man gute Wurfchancen und auch das Tempospiel zeigte sich verbessert zu den Vormonaten. Demnach war es eine durchweg gute und sehenswerte Kollektivleistung, auf die man in den nächsten Partien gegen die Topteams aus Nettelstedt und Hamburg aufbauen kann.

Schiedsrichter: Schmack/Dinges — Zuschauer: keine – Zeitstrafen: 4:6 in Minuten – Strafwürfe: 3/3 : 2/2.

TVH: Plaue, Niko Weber; Fuß (2), Kneer (1), Theiß, Fujita, Ian Weber (6), Rompf (1), Lindenstruth (1), Reichl (5), Mubenzem, Hübscher (4), Hahn (3/2), Jockel, Schreiber (4).

Stimmen zum Spiel

Johannes Wohlrab: „Ich bin von der Einstellung und der Aggressivität meiner Mannschaft begeistert, die sie über 60 Minuten mit dem Kampfgeist in der Abwehr abgeliefert haben. Das war einfach in Perfektion, wie ich mir das vorstelle. Die Mannschaft ist als Kollektiv aufgetreten und wir haben verdient gewonnen. Wir haben für die Überraschung gesorgt, für die wir sorgen wollten. Jetzt heißt es, sich gut auszuruhen und dann starten wir eine kleine Vorbereitung für die Zeit Richtung Saisonfinale.“

Niko Weber: „Ich denke, dass das heute eine enorme Willensleistung war vom gesamten Team. Wir wollten es heute einfach mehr als Dormagen. Was in der zweiten Hälfte in der Abwehr abging, war abartig gut. Jetzt werden wir die zwei Wochen gut zur Regeneration und Vorbereitung nutzen, um dann wieder voll anzugreifen.“

Ian Weber: „Das war ein gutes Spiel von der gesamten Mannschaft und besonders hinten standen wir gut. Es war eine sehr, sehr gute Abwehrleistung von uns und wir haben uns endlich auch auswärts für eine couragierte Leistung belohnt. Wir sind als Kollektiv aufgetreten und haben in der Schlussphase nicht nur kühnen Kopf bewahrt, sondern auch noch eine Schippe draufgelegt in unserer Abwehrarbeit.“

Foto: Marc Thürmer

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