Favorit wird seiner Rolle gerecht!

Nach zwei Siegen in Folge muss der TV 05/07 Hüttenberg eine 25:32-Niederlage beim TuS N-Lübbecke hinnehmen. In der Endabrechnung setzten sich die favorisierten Gastgeber verdientermaßen durch und dürfen somit weiterhin vom Aufstieg träumen. Der TVH bietet dem Topteam indes über weite Strecken mutig die Stirn, muss jedoch in der zweiten Hälfte Federn lassen.

Es war ein Duell zweiter Trainer, die sich größter Wertschätzung entgegenbringen. Seit ihrer gemeinsamen Zeit beim TVH verbindet Johannes Wohlrab und Emir Kurtagic eine enge Freundschaft, jedoch musste diese für 60 Minuten auf Eis gelegt werden. Der ehemalige „Lehrling“ Wohlrab konnte das Duell mit seinem damaligen „Meister“ Kurtagic jedoch nicht in Bestbesetzung antreten. Neben dem langzeitverletzten Kapitän Moritz Zörb musste Wohlrab auf Vit Reichl und Marvin Lindenstruth verzichten, sodass mit Patrick Jockel lediglich ein gelernter Kreisläufer übrigblieb und mit Niko Weber zudem noch eine wichtige Stütze der letzten Wochen angeschlagen in die Partie ging. Mit Noel Hoepfner rückte somit ein TVH-Eigengewächs in den Kader nach, sodass der 17-Jährige seine ersten 2.HBL-Luft schnuppern durfte.

TVH agierte mutig

In den ersten Minuten gaben die Gastgeber den Takt an und zogen schnell ihr gefürchtetes Tempospiel auf, sodass TVH-Trainer Johannes Wohlrab beim Stand von 5:2 nach nur acht Minuten zur ersten Auszeit gezwungen wurde. Diese verfehlte nicht ihre Wirkung, da seine Sieben besser in den Rückzug kam und im Angriff eine höhere Effektivität vorweisen konnte. Über ein 6:6 (14. Minute) hielten die Hüttenberger die Partie bis zum 9:9 (20. Minute) offen, jedoch legte die Heimsieben vor der Halbzeitsirene nochmal einen höheren Gang ein. Beim TVH wusste im Angriff Hendrik Schreiber immer wieder zu glänzen und in der Deckung war es Johannes Klein, der eine starke Leistung auf der vorgezogenen Position ablieferte. Nichtsdestotrotz konnte das „Original aus Mittelhessen“ einen 12:15-Rückstand zur Halbzeit nicht verhindern.

TuS lässt die Muskeln spielen

Nach dem Seitenwechsel offenbarten sich die Hüttenberger hellwach, sodass beim 19:16 in der 39. Minute nochmals Hoffnung aufkeimte. Es folgte jedoch ein Knackpunkt im Spiel der Wohlrab-Schützlinge. Anstatt den Rückstand nochmals zu verkürzen, verloren die Gäste eine Überzahl mit 0:2, sodass der TuS sein Polster in der 42. Minute auf sechs Tore ausbaute.  Auch wenn Hahn, Rompf und Co. zu keinem Zeitpunkt den Kopf in den Sand steckten, offenbarte sich diese Hypothek als zu groß bei einem solchen Topteam. Warum der TuS N-Lübbecke zu den Topfavoriten auf den Aufstieg gehören, demonstrierten sie im zweiten Durchgang. Sie ließen keine Nachlässigkeiten zu, unterschätzen den TVH zu keiner Sekunde, zogen immer wieder ihr Tempospiel auf und spielten durchweg diszipliniert, sodass diese zwei Punkte ohne Diskussionen in eigener Halle gehalten wurden. Wohlrab sprach im Vorfeld, „dass man die Chance nutzen muss, wenn sie sich ergibt“, jedoch muss man nach 60 Minuten konstatieren, dass der TuS N-Lübbecke keine Chance zuließ.

Nächstes Topteam wartet

Für den TV 05/06 Hüttenberg werden die Aufgaben nicht einfacher. Nach der zu harten Nuss TuS N-Lübbecke wartet schon das nächste Schwergewicht auf die Hüttenberger. Mit dem Handball Sportverein Hamburg reist am kommenden Samstag der Spitzenreiter der 2.Handball-Bundesliga gen Mittelhessen, jedoch konnte man jetzt „Topteam-Erfahrung“ sammeln und wird alles für eine Überraschung geben.

TVH: Plaue, Nikolai Weber, Böhne; Fuß (6), Kneer (1), Hoepfner, Theiß (1), Fujita (1), Ian Weber (4), Rompf (4/3), Mubenzem, Hübscher, Hahn (2), Klein, Jockel, Schreiber (6).

Schiedsrichter: Arndt/Westohal – Zuschauer: keine. – Zeitstrafen: 10:0 Minuten. – Siebenmeter: 5/5 – 4/3.

Stimmen zum Spiel

Johannes Wohlrab: „Verdienter Sieg für Lübbecke. Sie haben heute einfach souverän gespielt. Besonders in der zweiten Halbzeit war nicht viel drin für uns. In der ersten Hälfte hat das meine Mannschaft noch gut gemacht, aber die Ausfällte von Vit Reichl, Marvin Lindenstruth und Niko Weber waren dann doch ein bisschen zu viel. Die Mannschaft hat das aber super gemacht, nie aufgegeben und sehr diszipliniert gespielt. Ich habe einen Charakter in der Mannschaft gesehen und das stimmt mich sehr positiv für die kommenden Wochen und das Saisonfinale, damit wir unserer Zähler noch sammeln, die wir brauchen.“

Johannes Klein: „Ich bin schon ein wenig enttäuscht, dass es am Ende doch deutlich wurde. Natürlich waren sie schon besser, aber wir haben trotzdem gut gekämpft. Lübbecke verfügt über eine enorme Qualität, die wir über weite Strecken ordentlich ärgern konnten. Sie haben aber viele einfache Tore über ihr Tempospiel erzielt, was dann in der Summe zu viel ist.“

Hendrik Schreiber: „Lübbecke hat das gesamte Spiel über kaum Fehler gemacht. Dann hat man gegen einen Aufstiegsfavoriten fast keine Chance. Wir haben versucht aus unseren Möglichkeiten alles rauszuholen, weswegen wir uns nichts vorwerfen können. Für unserer jungen Spieler war das Spiel gut, um wieder ein bisschen mehr Bundesligaluft zu schnuppern und Erfahrung auf dem Feld zu sammeln.“

 

Bilder: Oliver Krato

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