TVH kehrt in Handball-Alltag zurück

Nach zweiwöchiger Quarantäne kehrt der TV 05/07 Hüttenberg mit dem Auswärtsspiel beim EHV Aue (08.05.2021 / Anwurf: 17.00 Uhr / Live und kostenlos auf Handballdeutschland.TV) wieder in den Handball-Alltag zurück. Diese Aufgabe stellt den TVH vor eine herausfordernde Aufgabe, zumal nur zwei Trainingseinheiten zur Vorbereitung möglich sind und sich weiterhin TVH-Akteure in Quarantäne befinden.

„Das Spiel in Aue ist für uns eine Herausforderung, die wir so ein Glück noch nicht hatten, die wir aber natürlich annehmen“, ließ Stefan Kneer verlauten, der gemeinsam mit Ex-TVH-Kreisläufer Sebastian Weber den noch in Quarantäne befindenden Johannes Wohlrab auf der Bank vertreten und das Training leiten wird. Neben Wohlrab wird der TVH bei dieser schwierigen Auswärtsaufgabe auf Hendrik Schreiber und Robin Hübscher verzichten müssen, deren Quarantäne sich noch bis zum 10. Mai erstreckt. Diese Situation stellt eine Zäsur in der TVH-Vereinshistorie dar, weshalb eine sportliche Prognose kaum zu treffen ist. Sie stellt jedoch eine große Parallel zum Hinspiel dar. Damals kam der EHV Aue frisch aus der Quarantäne und auch die Mannen aus dem Erzgebirge wurden vom Co-Trainer Kirsten Weber damals gecoacht und erkämpften sich ein verdientes 26:26-Remis.

Viel Athletik – kaum Ball

„Wir haben zwar sehr gut im athletischen Bereich gearbeitet und viel Ausdauertraining gemacht. Jetzt geht es aber darum, innerhalb von zwei Tagen die handballerischen Fähigkeiten wieder abzurufen“, verriet Ex-Nationalspieler Kneer, der gemeinsam mit Sebastian „Sebbel“ Weber die Mannschaft auf das Spiel vorbereitet. Trotz oder gerade aufgrund der Quarantäne war die Freude groß bei allen TVH-Akteuren, als man sich nach zwei Wochen wieder im Sportzentrum Hüttenberg traf. Diese positive Stimmung versucht das Aushilfs-Trainerduo in das Auswärtsspiel zu transportieren und möchte dann für eine Überraschung sorgen. „Oft ist es auch so, dass Spieler in solchen Situationen über sich hinauswachsen und das Team enger zusammenwächst. Die Erfahrungen in der 1. und 2.Liga haben gezeigt, dass viele Mannschaften, die aus der Quarantäne kamen, oft sehr gut gespielt haben und gute Ergebnisse einfahren konnten. Das ist auch unser Ziel“, so Routinier Kneer.

Aue kommt über das Kollektiv

Der kommende Gegner aus dem Erzgebirge ist kein Starensemble mit herausragenden Akteuren, sondern eher ein eingeschworener Haufen, der mehr durchmachen musste, als jedes andere Team in dieser „Corona-Saison“. Es begann mit der schweren Corona-Erkrankung von EHV-Trainer Stephan Swat, der zwischenzeitlich in das künstliche Koma versetzt und sogar um sein Leben gebangt werden musste.  Aus diesem Grund musste mit Rúnar Sigtryggsson ein neuer Trainer installiert werden, was in der Regel eine Gewöhnungszeit mit sich bringt. Es folgten ein Einbruch in die EHV-Geschäftsstelle, ein Brandanschlag auf zwei Teamwagen und die Ereignisse mündeten in einem ungeahnt tragischen Schicksalsschlag Ende April. Während des Heimspiels gegen die HSG Konstanz erlitt auf der Tribüne Rudi Jurke (Vater von EHV-Geschäftsführer Rüdiger Jurke) einen Herzinfarkt, woraufhin trotz Reanimationsversuchen von anwesenden Ärzten die Rettungskräfte lediglich den Tod feststellen konnten. All diese Geschehnisse machen es schwer, den Blick auf das Sportliche beim EHV Aue zu richten, da der Handball spätestens nach Rudi Jurkes Tod in den Hintergrund gerückt ist. Geht eine Mannschaft jedoch gemeinsam durch solch eine unvorstellbar harte Zeit, schweißt das ein Kollektiv und einen Verein zusammen.

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