Personeller Aderlass zu groß

Der TV 05/07 Hüttenberg verliert das erste Spiel nach zweiwöchiger Quarantäne mit 19:25 beim EHV Aue. Der schon dezimierte Kader verkleinerte sich mit der Verletzung von Spielmacher Ian Weber nochmals, was der TVH besonders im zweiten Durchgang zu spüren bekam. Der EHV hingegen konnte nach neun sieglosen Partien einen Erfolg einfahren und widmete diesen Heimsieg dem verstorbenen Rudi Jurke.

Die Freude bei allen TVH-Akteuren stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als man sich nach zweiwöchiger „Zwangspause“ wieder in der Halle zum Trainieren traf. Getrübt wurde das Wiedersehen jedoch vom Fehlen des eigenen Trainers Johannes Wohlrab und den beiden Spielern Hendrik Schreiber und Robin Hübscher. Zudem standen dem TVH nur zwei Trainingseinheiten zur Verfügung, um sich auf den EHV Aue vorzubereiten, sodass man unter erschwerten Bedingungen die Reise gen Erzgebirge antrat. Dort traf man auf ein Team, das neun Spiele auf einen Sieg wartete und im letzten Heimspiel einen an Tragik nicht zu überbietenden Schicksalsschlag hinnehmen musste. Beim Remis gegen die HSG Konstanz (26. April) verstarb der Vater (Rudi Jurke) des EHV-Geschäftsführers Rüdiger Jurke aufgrund eines Herzinfarkts auf der Tribüne, sodass die EHV-Familie diesen Heimsieg Rudi Jurke widmete.

Weber fällt verletzt aus

Sportlich fanden die Gastgeber besser in die Begegnung und legten einen lupenreinen 2:0-Start hin. Merlin Fuß war es, der nach vier Minuten den ersten TVH-Tagestreffer markierte, jedoch zeichnete sich schon früh ab, dass man einen hohen Aufwand gegen die massive 6:0-Deckung der Heimsieben betreiben musste. Die 3:2:1-Abwehr der Mittelhessen stand dem jedoch in der Anfangsphase in nichts nach und konnte sich zudem auf einen stark aufspielenden Niko Weber im Tor verlassen. In der 17. Minute war es dann Johannes Klein, der beim 5:4 die erste Führung für den TVH markierte. Es ging erfreulich weiter für die Mannen um Stefan Kneer, da Noel Hoepfner nicht nur das 8:8 in der 23.Minute erzielte, sondern seinen ersten Bundesliga-Treffer bejubeln durfte. Die gute Stimmung wurde beim TVH jedoch von einer Bänderverletzung ihres Spielmachers Ian Weber getrübt, der zum Ende der ersten Hälfte mit Tapeverband und ausgezogenem Schuh auf der Bank Platz nehmen musste. Auch sportlich machte sich das Fehlen schnell bemerkbar, sodass der EHV Aue mit einer 11:9-Führung in die Kabine ging.

Erik Töpfer erwischt Sahnetag

Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber besser zurück in die Partie, während der TVH den Wiederanpfiff komplett verschlief. Es sollte die spielentscheidende Phase stattfinden, in der die Mannen aus dem Erzgebirge auf 16:10 in der 38. Minute davonzogen. Im Nachhinein stellte sich diese Hypothek als zu groß für den TV 05/07 Hüttenberg heraus. Mit dem Fehlen von Hendrik Schreiber und dem verletzungsbedingten Ausfall von Ian Weber fehlten schlichtweg die Alternativen im Rückraum, auch wenn Johannes Klein seine beste Angriffsleistung in der bisherigen Saison ablieferte. Der TVH lief diesem Rückstand bis zur Schlusssirene hinterher und musste sich im Endeffekt verdient mit 19:25 geschlagen geben. Emotional wurde es trotzdem noch einmal, als Sportdeutschland-Kommentatorin Katja Lippmann-Wagner mit zittriger Stimme den Stream mit den Worten beendete: „Dieser Sieg war für dich Rudi“.

TVH: Plaue, Nikolai Weber; Fuß (3), Schwarz, Kneer (2), Hoepfner (1), Theiß (1), Fujita (2), Ian Weber (2), Rompf, Reichl (2), Mubenzem, Hahn (1/1), Klein (5), Jockel.

Schiedsrichter: Pusch/Weisse – Zuschauer: keine. – Zeitstrafen: 8:4 Minuten. – Siebenmeter: 3/2 – 1/1.

Stimmen zum Spiel

Stefan Kneer: „Wir haben eine gute Abwehr gespielt und einen guten Torhüter mit Niko gehabt. Wir haben uns heute gute Chancen erspielt, aber im Abschluss waren wir nicht konsequent genug. Positiv war auch, dass einige Spieler heute reichlich Einsatzzeiten erhalten haben, die in den letzten Partien nicht so zum Zug kamen. Sie haben ihre Rolle sehr gut erfüllt.“

Johannes Klein: „Wir haben einfach zu viel liegen gelassen. Unsere Abwehr war gut, aber mit der Angriffsleistung können wir nicht zufrieden sein. Da müssen wir am Mittwoch gegen Konstanz eine bessere Leistung abliefern, aber dafür werden wir in den Trainingseinheiten alles geben.“

Nikolai Weber: „Es war heute sehr viel drin für uns. Leider haben wir extrem viel verworfen und uns nicht belohnt. Nach der Verletzung von Ian muss man auch schauen, mit welch jungen Spielern wir auf der Platte standen. Daher muss man auch die Kirche im Dorf lassen. Mit ein wenig mehr Cleverness wäre heute mehr drin gewesen.“

 

Foto: Manja Gehler / ManaFoto

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