Ligaprimus zu Gast

Die Favoritenfrage muss nicht gestellt werden, wenn der Handball Sport Verein Hamburg am Dienstag, den 08.06.21 um 19.00 Uhr in der Rittal-Arena auf den TV 05/07 Hüttenberg trifft. Während die Gastgeber mit einer Überraschung den Klassenerhalt sichern könnten, darf sich der HSV keinen Ausrutscher im engen Aufstiegskampf leisten.

Der 27. November des letzten Jahres kann als wichtige Saison-Kehrtwende beim TVH angesehen werden. Am zehnten Spieltag reisten die Mittelhessen zu den schon damals favorisierten Hamburgern und wurden mit einer deutlichen 21:30-Niederlage auf die Heimreise geschickt. Zu diesem Zeitpunkt war es schon die siebte Niederlage der Hüttenberger und somit entschieden sich die Verantwortlichen für einen Trainerwechsel. Diese Entscheidung sollte sich im Nachhinein als goldrichtig erweisen, zumal sich mit Johannes Wohlrab der langersehnte Erfolg einstellte und die Mannschaft einen positiven Entwicklungsprozess antrat. Mehrere Monate später haben sich die Grundvoraussetzung nicht geändert bei beiden Teams. Die Hansestädter mischen oben munter mit und haben den Aufstieg fest im Blick, während der Turnverein aus Hüttenberg in den hinteren Tabellenregionen rangiert, jedoch gute Karten im Abstiegskampf besitzt. Somit liegt die Favoritenrolle überaus deutliche bei den Gästen, jedoch besteht ein großer Unterschied zum Hinspiel. Seit Amtsübernahme von Wohlrab hat der TVH eine Heimstärke entwickelt und musste sich seit Dezember ausschließlich dem VFL Gummersbach hauchdünn geschlagen geben. „Hamburg hat eine sehr hohe Qualität im Kader, aber wir haben wieder ein Heimspiel und da werden wir uns versuchen zu rehabilitieren nach der Partie gegen Fürstenfeldbruck“, so die Kampfansage von Johannes Wohlrab.

Hamburg tritt als Kollektiv auf

Die glorreichen Zeiten des Championsleague-Siegs oder der Deutschen Meisterschaft hallen weiterhin beim Namen HSV mit. Es scheint jedoch, dass man im Norden aus den Fehlern gelernt hat, zumal der Verein den Neustart für eine komplette Umstrukturierung genutzt hat. Nach dem finanziellen Kollaps begannen die Hansestädter den Neuanfang in der 3.Liga und bauten direkt auf Eigengewächse wie Leif Tissier, Niklas Weller oder auch Dennis Axmann. Es wurde eine neue und auch authentische Identität aufgebaut mit dem WM-Helden von 2007 Torsten Jansen als Trainer und jungen, hungrigen Eigengewächsen als Spieler. Dieser Weg sollte sich nach nur wenigen Jahren bezahlt machen, zumal vor drei Jahren der Aufstieg in die 2.HBL glückte und nach einer sukzessiven Entwicklung jetzt die „Beletage“ des deutschen Handballs ruft. Die eben genannten Spieler sind weiterhin mit an Bord, gehören zu den absoluten Leistungsträgern und bilden mit einigen Auswärtigen ein starkes Kollektiv, das sehr gefestigt auftritt.

Klare Voraussetzungen

„Die Favoritenrolle ist klar. Sie sind der Tabellenführer und wollen unbedingt aufsteigen. Mit den Verpflichtungen haben sie gezeigt, dass es nur den einen Weg Richtung 1.Liga gibt. Sie spielen aber nicht nur mit erfahrenen Leuten, sondern haben das alles ab der 3. Liga aufgebaut mit vielen jungen Spielern, die dann zusammengehalten wurden. Sie spielen ein super Handball und stehen völlig zurecht da oben. Leif Tissier und Niklas Weller sind aktuell die beste Achse der 2.HBL und mit Wullenweber kam jetzt auch noch ein starker Schütze zurück. Auf der anderen Seite haben sie Forstbauer und Hausmann und als Ergänzungsspieler noch Axmann oder Kleineidam. Im Tor haben sie mit Vortmann einen super Mann nachverpflichtet und da brauchen wir nicht viel über die Qualität sagen, die in der Hamburger Mannschaft steckt“, so TVH-Trainer Johannes Wohlrab. Trotz der hohen individuellen Klasse tritt der HSV als eingeschworene Gemeinschaft auf, die besonders eine stärke im Angriffsspiel besitzt. Sie verfügen über den effektivsten Balltransport und finden auch unter hoher Bedrängnis den freistehenden Mann und somit kreieren sie viele gute Wurfmöglichkeiten. Es gibt demnach einige Punkte und Personen, die der TVH in den Griff bekommen muss. Für eine Überraschung müsste demnach bei den Hausherren schon nahezu alles perfekt ablaufen, während man bei den Gästen auf eine schwache Tagesform hoffen muss.

 

Bild: Thorge Huter

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