Der Spitzenreiter lässt die Muskeln spielen

Im zweiten Durchgang lässt der HSV Hamburg dem TV 05/07 Hüttenberg keine Chance und setzt sich am Ende deutlich mit 18:27 (10:11) durch. In der zweiten Hälfte fehlte den Gastgebern schlichtweg die Durchschlagskraft in der Offensive, wohingegen der Ligaprimus wie ein solcher auftrat.

Die Rollenverteilung hätte kaum klarer sein können vor der Partie. Wenn der Fünfzehnte auf den Spitzenreiter trifft, stellt sich die Favoritenfrage nicht. Im ersten Durchgang wurde diese Favoritenstellung jedoch nicht deutlich, was an einer disziplinierten Heimsieben lag. Nach dem Anpfiff fanden die Gastgeber besser in die Begegnung und kassierten erst nach neun Minuten den ersten Gegentreffer, wobei schon zwei selber gelangen. Den Gästen war anzumerken, dass sie einen kontrollierten Aufbau anstrebten und somit das Tempo drosselten. Während der TVH über das Kollektiv kam und mit Niko Weber im ersten Durchgang einen starken Rückhalt hatte, brillierte eine Achse beim HSV. Spielmacher Leif Tissier und Kreisläufer Niklas Weller demonstrierten, warum sie als stärkste Achse der kompletten 2.Handball-Bundesliga bezeichnet werden. In einem weiterhin engen Match, hatten die Hausherren beim 7:6 in der 20. Minute noch leicht die Nase vorne, ehe die Hansestädter die Führung zurückeroberten und mit einem 11:10 in die Kabine gingen.

Einbruch nach Wiederanpfiff

Während der TVH noch in der ersten Hälfte dem großen Tabellenführer mutig die Stirn bot und die Chance auf eine faustdicke Überraschung aufrechterhielt, sollten diese Hoffnungen nach dem Seitenwechsel schwinden. Schon im ersten Durchgang fehlte ein wenig der Spielfluss bei der Wohlrab-Sieben, jedoch konnte sich diese noch auf eine gute Abwehr und einen starken Torhüter verlassen. Nach dem Wiederanpfiff rückte Hamburg jedoch die Kraftverhältnisse gerade und legte die Basis des späteren Erfolgs in einer sehr agilen und aggressiven 6:0-Abwehr. Hinter dieser stand mit Jonas Maier ein herausragender Schlussmann, der am Ende des Tages auf 13 Paraden und eine Quote von 48% gehaltener Bälle kam. Beim TVH hingegen schwanden die Kräfte und das machte sich am meisten in der fehlenden Durchschlagskraft im Angriffsspiel bemerkbar. Es brauchte 14 Minuten im zweiten Durchgang, bis Hüttenberg nach Wiederanpfiff zum ersten Mal erfolgreich war und auf 11:15 verkürzen konnte. Die Heimsieben verlor spielerisch komplett den Faden und sollte diesen auch nicht mehr wiederfinden. Hamburg hingegen agierte souverän wie ein Spitzenreiter und baute die Führung sukzessive aus, sodass HSV-Trainer Torsten Jansen in der Schlussphase seinen Leistungsträgern wichtige Erholungszeit schenken konnte. In der Endabrechnung muss man nicht darüber diskutieren, ob dieser deutliche Erfolg gerechtfertigt ist, zumal das Topteam aus Hamburg in der zweiten Hälfte dem TVH die Grenzen aufzeigte. Die nächste Möglichkeit für eine Wiedergutmachung besteht für die Hüttenberger aber schon am Sonntag, wenn es in der Rittal Arena um 17.00 Uhr gegen den TV Emsdetten geht. Dann voraussichtlich wieder vor Zuschauern, was den Wohlrab-Schützlingen einen zusätzlichen Motivationsschub geben sollte.

Schiedsrichter: Dietz/Biehler – Zuschauer: keine – Zeitstrafen: 2:6 in Minuten – Strafwürfe: 2/1 : 5/4.

TVH: Plaue, N. Weber; Fuß (1), Kneer (1), Opitz (1), Theiß, Fujita (1), I.Weber (3), Rompf (3/1), Lindenstruth (2), Reichl (1), Mubenzem (1), Hübscher (1), Hahn (1), Klein, Schreiber (2).

Stimmen zum Spiel:

Torsten Jansen: „Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaftsleistung. In der ersten Hälfte haben wir uns sehr, sehr schwergetan, wobei die Hüttenberger das sehr gut gespielt haben. Uns war aber klar, dass man in einer Halbzeit aber kein Spiel gewinnt. In der zweiten Hälfte haben wir dann die Räume besser genutzt, die eine 3:2:1-Abwehr einem gibt. Noch besser haben wir es aber hinten gemacht. Teilweise haben wir gar keine Würfe auf das Tor zugelassen und wenn, dann waren diese auch noch abgefälscht. Ich freue mich und bin super zufrieden.“

Johannes Wohlrab: „Die erste Halbzeit haben wir noch gut gespielt und standen aggressiv in der Abwehr. Wir hatten da aber schon Probleme mit Leif Tissier und Niklas Weller. Das wollten wir eigentlich bisschen kompakter lösen in der zweiten Hälfte und haben uns auch vorgenommen, mehr in das Tempospiel zu gehen. Dann ist das passiert, was jeder gesehen hat. Wir haben die schlechteste Halbzeit in dieser Saison gespielt. Das Gute an der ganzen Geschichte ist, dass wir keine Zeit haben, um darüber nachzudenken. Gegen Emsdetten erwarte ich am Sonntag ganz klar eine Reaktion auf diese Halbzeit.“

Marvin Lindenstruth: „Wir haben vor allem in der Abwehr eine starke erste Halbzeit gespielt. Leider fehlte uns in der zweiten Halbzeit die Durchschlagskraft im Angriff, weshalb sich Hamburg sukzessive absetzen konnte. Trotzdem stimmte die Einstellung und wir freuen uns am Sonntag wieder vor Zuschauern den nächsten Heimsieg einzufahren.“

 

Foto: Marc Thürmer

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