Spielberichte

Déjà-vu in Leipzig

Déjà-vu in Leipzig

Weiter keine Punkte in der Fremde für den TV 05/07 Hüttenberg. Die Mittelhessen verlieren auch ihr fünftes Auswärtsspiel der laufenden Saison. Beim SC DHfK Leipzig unterliegt das Team von Trainer Stefan Kneer am Ende etwas zu deutlich mit 28:35 (13:18) und kassiert damit gleichzeitig die fünfte Niederlage in Folge. Erneut ist es eine Schwächephase in Durchgang eins, die dem Spiel die entscheidende Wendung gibt.

Für den TVH und seine Anhänger war es wie ein Déjà-vu: denn das Spiel in Leipzig gestaltete sich exakt wie die Partie eine Woche zuvor gegen den TuSEM Essen. Die #HüttenbergerJungs legten im Angriff konzentriert und strukturiert los, agierten im Abschluss gegen Anadin Suljakovic mit Überzeugung und führten nach knapp sieben Minuten durch einen Treffer des gut aufgelegten Paul Ohls mit 5:2. Zwar stand die Defensive, in der mit Kapitän Hendrik Schreiber eine weitere Alternative aufgrund einer Knieverletzung fehlte, von Beginn an nicht sicher gegen die Leipziger Angriffspower. Jedoch erwischte auch Torhüter Yahav Shamir einen starken Start und entschärfte in der Anfangsphase gleich mehrere gute Chancen der Leipziger.

So war auch beim 9:7 durch Vit Reichl (13‘) aus Sicht der Hüttenberger und ihrer mitgereisten Fans noch alles im Lot. Dann jedoch sollte wie schon in der Vorwoche gegen Essen eine Umstellung die Wende zu Ungunsten des TVH einläuten. SC-Trainer Frank Carstens beorderte Tomas Mrkva zwischen die Pfosten und zugleich gab TVH-Trainer Stefan Kneer Spielmacher Torsten Anselm eine Verschnaufpause. Das hatte zur Folge, dass dem TVH im Angriff die Struktur verloren ging. Zunehmend suchte man sein Glück in Einzelaktionen oder unvorbereiteten Würfen aus der Distanz, die Mrkva kaum vor Herausforderungen stellte und ihm bis zur Pause eine Quote von fast siebzig Prozent gehaltener Bälle bescherte. Die Folge: ein 0:7-Lauf binnen zehn Minuten drehte das Spiel und Leipzig lag nun mit 14:9 vorne. Zwar verkürzten Danil Dyatlov sowie der zurückgekehrte Anselm und noch einmal Dyatlov noch einmal auf 12:14, doch bis zur Pause waren die Gastgeber erneut auf 18:13 enteilt.

So liefen die Hüttenberger, die ebenfalls auf Torhüter Simon Böhne verzichten mussten, im zweiten Durchgang erneut einem Rückstand hinterher. Zwar gaben sie sich nicht auf und Stefan Kneer versuchte mit einigen taktischen Umstellungen dem Spiel noch eine Wende zu geben und beim 24:27 durch David Sehnke (49‘) hatte sich der TVH sogar noch einmal auf drei Tore herangekämpft. Jedoch ließen die Leipziger vor heimischem Publikum nichts mehr anbrennen und spielten die Partie ganz im Stile einer Spitzenmannschaft souverän herunter. Als Stefan Kneer es am Ende im Angriff mit sieben Feldspielern versuchte, schraubte Leipzig noch mal am Ergebnis, das mit 35:28 zwar verdient, aber dennoch etwas zu hoch ausfiel.

Auch Stefan Kneer machte angesichts der personellen Situation seinem Team keine Vorwürfe, ärgerte sich dennoch über die wiederkehrenden Muster: „Wir haben keine einfachen Wochen hinter uns, haben uns trotzdem für heute viel vorgenommen. Mit dem Ausfall von Hendrik Schreiber hatten wir jedoch eine Option weniger in der Abwehr. Bis zum 9:9 hat auch alles sehr gut funktioniert. Mit dem Torwartwechsel auf Mrkva haben wir dann etwas die Nerven verloren, zu viele Würfe aus dem Rückraum genommen und es nicht mehr geschafft, in den Rückzug zu kommen. Personell bedingt mussten wir die Deckung auf 6:0 umstellen und gehen dann mit minus fünf in die Halbzeit. In der zweiten Halbzeit haben wir immer wieder etwas probiert und uns nicht aufgegeben. Aber das Spiel war sinnbildlich für die Saison: wir haben im Spiel nicht dazu gelernt, sondern immer wieder die gleichen Fehler gemacht. in der 1. Halbzeit nehmen wir uns unvorbereitete Würfe aus dem Rückraum oder spielen Pässe an den Kreis und auch am Ende beim 7:6 treffen wir immer wieder die falschen Entscheidungen und versuchen den Ball zum Kreis zu spielen, der einfach nicht frei war. Das müssen wir in den nächsten Wochen besser machen, damit wir wieder Spiele gewinnen.“

Nur gut, dass die Länderspielpause den #HüttenbergerJungs nun etwas Zeit zur Regeneration und Bearbeitung der Baustellen gibt, ehe es am 14. November zum Tabellenschlusslicht ASV Hamm-Westfalen geht.

Leipzig: Suljakovic (5 P. / 31 %), Mrkva (11 P. / 41%) – Haake, Binder (6), Klima (8), Peter (7/3), Schroven (3), Hinriksson, Gauer, Semper (6), Rogan (2), Voß, Bombac, Preuss (3), Hertzfeld, Koschek

TVH: Wehrum, Shamir (8 P. / 21 %) – Schwarz, Sehnke (2), P.Ohl (4), Spandau (2), Rüdiger (3), Reichl (5), Haack, Gümbel, Weimer, Anselm (2), Dyatlov (4), Kuntscher (6/2)

Schiedsrichter: Thiyagarajah/ Thiyagarajah - Zuschauer: 2.911 - Zeitstrafen in Min. (SC: TVH): 8:8 - rote Karten: Leif Haack/TVH (50‘, 3. Zeitstrafe)

Foto: KLAUS TROTTER

Samstag, 14 November 2026
ASV Hamm-Westfalen : TV 05/07 Hüttenberg
19:30 | WESTPRESS arena, Hamm

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