Das war eng! Der TV 05/07 Hüttenberg steht im DHB-Pokal in der zweiten Runde. Gegen einen erwartet schweren Gegner taten sich die Blau-Weiß-Roten jedoch lange schwer und konnten erst in den letzten Minuten das Spiel zu ihren Gunsten drehen. Bei Drittligist TV Gelnhausen behält das Team von Trainer Stefan Kneer am Ende knapp mit 27:25 (12:14) die Oberhand und kann mit den mitgereisten Fans den Einzug in die zweite Runde feiern.
Bereits eine Woche zuvor standen sich die beiden hessischen Teams in einem Testspiel gegenüber, das der TVH zwar nicht deutlich, aber weitestgehend souverän mit 28:23 für sich entscheiden konnte. In der ersten Pflichtaufgabe taten sich die Mittelhessen dagegen deutlich schwerer. Der TV Gelnhausen lieferte – angetrieben vom lautstarken Publikum in der „Hölle Süd“ – eine starke Vorstellung in Angriff und Abwehr. Vorne hebelten die Barbarossastädter die TVH-Defensive ein ums andere Mal geschickt aus, fanden den Pass an den Kreis oder kamen frei zum Durchbruch. Und in der Abwehr packte der Drittligist beherzt zu.
Dagegen hatte die TVH-Offensive erkennbar Mühe, Lücken zu finden. Zudem scheiterte man immer wieder am starken Jan-Steffen Minerva zwischen den Pfosten, der im Sommer vom TV Großwallstadt nach Gelnhausen gewechselt war. So übernahmen die Hausherren nach 2:0-Führung für den TVH durch einen 4:0-Lauf nach sieben Minuten zunächst das Kommando. Doch die Hüttenberger Jungs berappelten sich wieder, fanden nun besser ins Spiel und eroberten sich nach einer Viertelstunde die Führung zurück (9:7, Tim Rüdiger). Die Freude im Lager der mitgereisten TVH-Anhänger währte jedoch nur kurz. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel lagen die Hausherren, bei denen Max Bechert nach einem Gesichtstreffer gegen TVH-Kapitän Hendrik Schreiber in der 24. Minute die rote Karte gesehen hatte, wieder mit 13:10 in Front und auch zur Halbzeit leuchtete ein 14:12 zugunsten des TVH von der Anzeigetafel.
Auch zu Beginn von Durchgang Zwei gab es nur kurz Grund zum Jubeln im TVH-Lager: Paul Ohl, der mit fünf Treffern und fünf Assists einer der auffälligsten Offensiv-Akteure auf Seiten der Hüttenberger war, hatte zum 15:1 ausgeglichen. Doch drei überhastete Abschlüsse luden den TVG zur erneuten 18:15-Führung ein. Weiterhin fanden die Kneer-Sieben im Angriff nicht zu ihrem Spiel und konnten sich bei Schlussmann Yahav Shamir bedanken, dass dieser seinem Gegenüber in nichts nachstand. Mit elf Paraden und 44 Prozent gehaltener Bälle bot er seinen Vorderleuten einen sicheren Rückhalt und entschärfte in wichtigen Situationen immer wieder die Versuche der Hausherren, die schließlich mit einem drei Tore Vorsprung neun Minuten vor dem Ende eigentlich auf der Siegerstraße in die Crunchtime einbogen.
Aber die Hüttenberger Jungs blieben trotz der hitzigen Atmosphäre ruhig. Nicht einmal mehr vier Minuten vor Schluss hatte Torben Fehl den TVG zwar noch einmal mit 25:23 in Führung gebracht. Doch es sollte der letzte Treffer der Gastgeber an diesem Pokalabend gewesen sein. Ein Doppelpack von Kapitän Schreiber sowie Treffer von Paul Ohl und Vit Reichl ließen den TVH buchstäblich auf den letzten Metern doch noch am Drittligisten vorbei in die zweite Runde ziehen. Gemeinsam mit den mitgereisten Fans feierte man einen glücklichen und hart umkämpften 27:25-Sieg gegen einen nicht nur kämpferisch starken Gegner aus Gelnhausen.
Stefan Kneer war am Ende einfach zufrieden, dass seine Mannschaft in der „Hölle Süd“ cool geblieben ist und das Spiel für sich entscheiden konnte: „Wir sind hierher gefahren mit dem Ziel, zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Es war eine hitzige Atmosphäre. Wir haben uns sehr schwergetan, vor allem im Angriff, haben es aber geschafft, über eine gute Abwehr zu einfachen Toren zu kommen. Wir haben die ganze Zeit an uns geglaubt und in einer schwierigen Atmosphäre die Ruhe bewahrt, so dass wir das Spiel am Ende gewonnen haben.“
TVH: Böhne (1 P. / 8 %), Shamir (11 P. / 44 %) – Schwarz, Sehnke, P- Ohl (5), Spandau, Rüdiger (3), Reichl (5), Haack (1), Gümbel, Weimer (1), Anselm, Dyatlov, Schreiber (5), Kuntscher (7/6)
TVG: Minerva (11 P. /31%), Pilgrim – Trinczek (2), Mocken, Csaba (1), Fehl (2), Bechert (1), Broßmann (2), Geisler (3), Malolepszy (7/2), Belter (1), Wörner (3), Hilb (3/2)





