Der TV Hüttenberg gewinnt sein erstes Heimspiel in 2026. Am Samstagabend setzen sich die Mittelhessen in einer torreichen Partie mit 37:34 (23:19) gegen den TuSEM Essen durch. Eine starke Anfangsphase ebnet den weitestgehend ungefährdeten Heimsieg gegen den Tabellensechzehnten.
Angesichts des doppelten Ausfalls seiner Kreisläufer und vor allem Hinten-Mitte-Abwehrspieler startete Trainer Stefan Kneer mit einer ungewöhnlichen Variante. In der Abwehr übernahm Leif Haack in der 3:2:1-Deckung die Regie und im Angriff agierte der TVH mit vier Rückraumspielern dafür ohne Kreisläufer, wobei einer der vier Akteure bestehend aus Leif Haack, Paul Ohl, Paul Kompenhans und David Kuntscher an den Kreis auflöste.
Und dieser taktische Kniff ging voll auf. Seine Hüttenberger Jungs brachten die ansonsten stabile Deckung der Essener mit viel Bewegung ordentlich ins Schwimmen und lagen nach sechs Minuten durch einen per tollen Pass von Simon Böhne auf Tim Rüdiger eingeleiteten Gegenstoß mit 6:3 vorne. Und der TVH-Express rollte weiter. Beim 9:4 nahm Essens Trainer Kenji Hövels eine erste Auszeit und stellte im Angriff auf 7:6. Doch die Maßnahme verfehlte zunächst ihr Ziel. Die Hüttenberger waren in der Abwehr hellwach und dahinter zeigte Simon Böhne in der Anfangsphase eine starke Leistung. So fischte sich Philipp Schwarz kurz darauf den Ball und traf ins leere Tor zum 12:5 (12‘).
Bis zum 17:9 (18‘) hatten die Hausherren die Partie voll im Griff, doch dann nutzte Essen eine Schwächephase der Hessen und arbeitete sich auf 18:14 heran (22‘). Hinten bekam sowohl die Abwehr als auch Simon Böhne und später Yahav Shamir dahinter nicht mehr den richtigen Zugriff und im Angriff fehlte die in der Anfangsphase an den Tag gelegte Variabilität, Bewegung und Durchschlagskraft. So schmolz der Vorsprung weiter dahin. Halbherzige und schlecht vorbereitete Abschlüsse brachten zudem Torhüter Finn Knaack nun besser ins Spiel und so schmolz der Vorsprung weiter dahin. Beim 20:18 hatte Essen, angeführt vom starken Felix Mart, auf zwei Tore verkürzt. Bis zur Pause erhöhten die Kneer-Schützlinge jedoch wieder auf 23:19.
Auch nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste im Angriff mit dem siebten Feldspieler gegen die 3:2:1-Deckung des TVH und die Gastgeber mit vier Rückraumspielern. Doch beide Abwehrreihen hatten sich nun besser auf die taktische Variante des Gegenübers eingestellt. Nach knapp 36 Minuten leuchtete in der torreichen Partie ein 27:23 von der Anzeigentafel. Als der TVH zwei wichtige Paraden von Yahav Shamir nutzte, um sich auf 29:23 abzusetzen (39‘), drückte Gästetrainer Hövels erneut den Buzzer.
Doch die Hüttenberger Jungs ließen nun nichts mehr anbrennen. Mit einem starken Yahav Shamir im Rücken und einer konzentrierten Angriffsleistung, in der sich unter anderem Linksaußen Philipp Schwarz an diesem Abend treffsicher präsentierte, spielten die Blau-Weiß-Roten die Partie souverän herunter. Als Vit Reichl per sehenswertem Rückhandtreffer dreieinhalb Minuten vor dem Ende zum 37:31 getroffen hatte, war die Messe im mit 1.400 Zuschauern erneut vollem Sportzentrum Hüttenberg endgültig gelesen und Stefan Kneer konnte den beiden Youngstern Leonard Volk und Julius Gümbel noch einige Einsatzminuten gewähren. Letzterer hätte sein Debut sogar beinahe mit seinem ersten Treffer gekrönt, scheiterte jedoch an Finn Knaack. Essen nutzte die letzten Minuten, um noch etwas Ergebniskorrektur zu betreiben. Am ersten Heimsieg der Hüttenberger im Jahr 2026 änderten sie jedoch nichts mehr.
TVH: Böhne (5 P. / 26%), Shamir (11 P. /35 %) – Schwarz (6), Volk, P. Ohl (3), Rüdiger (6/2), Reichl (4), Haack (4), Gümbel, Anselm, Stehl, Kompenhans (4), Dyatlov (1), Schreiber (2), Kuntscher (7)
TuSEM: Knaack (16 P. / 39 %), Plaue – Becker, Mart (7/2), Göttler (1), Willner (2), Wolfram (3), Reimer, Eißing (3), Wolf, Clarius, Neuhaus (5), Kostuj (5), Mast (3), Werschkull (4), Schoss (1)
Schiedsrichter: Lier / Lier – Zuschauer: 1.400 - Zeitstrafen in Min (TVH:TuSEM): 2:8 - rote Karten: -
Foto: Jenniver Röczey
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